Ärgerliche Niederlage

FC Luzern - FC St.Gallen 1879 1:0 (1:0) So, 16.02.2020 Spielberichte

Unsere Überlegenheit, vor allem in der zweiten Halbzeit, können wir nicht in Tore ummünzen. Dank eines unglücklichen Penaltys in der 30. Minute gewinnt Luzern. Nach 90 Minuten haben wir 13:1 Eckbälle, aber die wichtigen Zahlen sind heute leider 0 und 1. Dennoch bleiben wir Leader, weil auch YB in Lugano verliert.

Es gebe solche Spiele, meinte Peter Zeidler im Anschluss an die Medienkonferenz, in denen man überlegen sei, aber dennoch das Tor nicht treffe. Damit fasste unser Cheftrainer zumindest die zweite Hälfte in Luzern perfekt zusammen, denn das Heimteam kam gefühlt erst in der Schlussphase überhaupt einmal aus seiner Platzhälfte raus. Sonst war es ein einziger Sturmlauf auf das Tor von Goalie Müller, der heute - leider - einen sensationellen Tag eingezogen hat. 13:1 Eckbälle zu unseren Gunsten nützen jedoch nichts, wenn man das Tor nicht trifft.

Dies tat Luzern, auch wenn es einen äusserst unglücklichen Penalty dazu brauchte. Nach einer halben Stunde Spielzeit spitzelte Margiotta im Strafraum den Ball einen Sekundenbruchteil vor Miro Muheim weg, so dass unsere Nummer 21 nur noch den Fuss des Luzerner Stürmers traf. Nicht wirklich stark, aber es reichte, dass der Italiener die Einladung annehmen und Schiedsrichter Schärer Foul pfeifen konnte. Den anschliessenden Penalty versenkte Margiotta gleich selber.

Angeschlagener Görtler

Die 30 Minuten zuvor waren eher etwas zäh. Wir kamen nicht so richtig ins Spiel, und auch Luzern trug nicht viel zu einem konstruktiven Spiel bei. Vielmehr versuchten die Innerschweizer, uns von Beginn weg den Schneid abzukaufen. Nach nur fünf Sekunden musste Schiedsrichter Schärer Mistrafovic ernsthaft ermahnen nach einem groben Foul an Jordi Quintillà.

Übel erwischte es auch Lukas Görtler nach nur drei Minuten, als er eine Prellung erlitt. In den folgenden Minuten quälte er sich mehr schlecht als recht über den Platz und lief alles andere als rund. Nach zehn Minuten ging's dann etwas besser, doch es war offensichtlich, dass unser Motor im Mittelfeld handicapiert war. Dennoch hielt er bis zur 55. Minute durch, bis Peter Zeidler Axel Bakayoko für ihn einwechselte.

Sonst gab es in der ersten halben Stunde wenig Erwähnenswertes. Die beiden Torhüter Müller und Zigi mussten kaum einmal eingreifen. Das änderte sich nach em Führungstreffer. Meist stand nun Müller im Zentrum des Geschehens. Wir schraubten unser Eckballkonto bis zur Pause auf sechs hoch, aber so wirklich gefährlich wurde es eigentlich nur bei Schüssen von Boris Babic (36.) und von Jordi Quintillà (38.). Auf der Gegenseite sorgte unsere Verteidigung ebenfalls noch für einen Schreckmoment, als Captain Silvan Hefti beinahe noch einen Ball ins eigene Tor abgelenkt hätte.

Müller, immer wieder Müller

Nach der Pause folgten drei Minuten, die schon mal einen Vorgeschmack auf die ganze zweite Halbzeit geben sollten: Wir waren fast pausenlos in der Hälfte des Gegners und eroberten die Bälle weit in dessen Platzhälfte zurück. Babic versuchte es in der 52. Minute mit einem Schuss aus der Drehung, aber Müller hielt bravourös. Zehn Minuten später zog Bakayoko ab, auch hier war der Luzerner Goalie zur Stelle, lenkte den Ball über die Latte.

Die Müller-Show ging weiter. In der 65. Minute trat Quintillà einen Freistoss von rechts aussen. Der Ball hätte perfekt gepasst. Hätte, denn Müller hatte was dagegen. In der 78. Minute trat dann Quintillà einen Eckball - bereits den elften der Partie. Jérémy Guillemenot, der heute denb gesperrten Victor Ruiz im linken Mittelfeld gut ersetzte, stieg am ersten Pfosten zum Kopfball hoch und köpfte ins entfernte Toreck. "Wir alle sahen den Ball schon drin", sagte hinterher Ermedin Demirovic. Aber wieder packte Müller eine sensationelle Parade aus, sehr zum Leidwesen der zahlreich mitgereisten Fans aus der Ostschweiz.

Volle Hütte im Spitzenkampf

Und als Demirovic nach schöner Vorarbeit von Guillemenot in der 80. Minute den Ball knapp neben das Tor setzte, da wurde ein Punktverlust in der Innerschweiz immer wahrscheinlicher. Auch die Einwechslung von André Ribeiro, dem Held von Basel, brachte zwar etwas Schwung, aber nicht mehr die gewünschte Wende oder gar ein Tor. Ein weiteres Tor hätten fast noch die Luzerner erzielt, da sie jetzt vermehrt Räume zum Kontern vorfanden. Aber entweder verhinderte die Latte (86.) oder gleich zweimal Zigi (93.) das 2:0 für Luzern.

Dennoch bleiben wir auch nach der Niederlage in der swissporarena vor 11'406 Zuschauern auf dem Leaderthron, weil die Young Boys in Lugano auch mit 1:2 verloren haben. In einer Woche kommt es am Sonntag um 16 Uhr im kybunpark zum absoluten Spitzenkampf der beiden Teams. Wer noch kein Ticket hat, sollte sich sputen, denn es ist mit einer vollen Hütte zu rechnen. Denn die Euphorie der Espenfans erlitt zwar einen kleinen Dämpfer, ist aber immer noch riesig. (mna)

 

FC Luzern - FC St.Gallen 1879 1:0 (1:0)

swissporarena - 11'406 Zuschauer - SR Sandro Schärer.

Tore: 30. Margiotta 1:0 (Pen.).

Luzern: Müller; Schwegler (Cap.). Lucas, Knezevic, Sidler; Ndiaye, Ndenge, Mistrafovic (63. Schulz), Schürpf; Males (83. Bürki), Margiotta (76. Eleke).

St.Gallen: Zigi; Hefti (Cap.), Stergiou, Letard, Muheim; Görtler (55. Bakayoko), Quintillà, Guillemenot (86. Ribeiro); Demirovic, Babic, Itten.

Verwarnungen: 17. Mistrafovic (Foul), 31. Zigi (Reklamieren), 37. Hefti (Schwalbe), 60. Males (Foul), 63. Bakayoko (Foul), 69. Kenezevic (Foul).

Bemerkungen: Luzern ohne Matos (gesperrt), Kakabadze, Voca, Binous (verletzt), Zibung, Balaruban, Tia, Burch (nicht im Aufgebot). St.Gallen mit Klinsmann, Bakayoko, Ribeiro, Ajeti, Fazliji, Staubli, Kräuchi (Ersatzbank) und ohne Ruiz (gesperrt), Strübi, Nuhu, Lüchinger (verletzt), Alves, Vilotic, Costanzo, Gonzalez, Solimando, Kchouk, Campos, Rüfli (nicht im Aufgebot). - 86. Lattenschuss von Ndiaye.