Beste Saisonleistung

FC Sion - FC St.Gallen 1879 Do, 26.09.2019 Spielberichte Bildbeschreibung

Dank Toren von Ermedin Demirovic und Lukas Görtler entführen wir drei Punkte aus dem Wallis.

Peter Zeidler sass euphorisiert auf seinem Stuhl an der Medienkonferenz und hörte den Glückwünschen in seiner geliebten französischen Sprache zu. Der gegnerische Trainer Stéphane Henchoz, die lokalen Journalisten, sie alle lobten die Leistung der jungen St.Galler Mannschaft. Selbstverständlich sprach er danach an seiner alten Wirkungsstätte beim Fazit zum Spiel ebenfalls französisch.

Nach der offiziellen Medienkonferenz nahm sich Peter Zeidler noch Zeit für die Ostschweizer Journalisten, die nun noch ein paar deutsche Sätze von ihm hören wollten – nach diesem tollen 2:1-Sieg. «Wir dürfen nun nicht abheben», sagte Zeidler. Das habe er auch seinen Spielern gesagt, allen voran Ermedin Demirovic, der bei seinem Startelfdebüt gleich getroffen hatte. «Keine Sorge, Trainer», habe ihm Demirovic geantwortet, sagte Zeidler.

Mit drei Punkten im Gepäck eine halbe Stunde schneller

Mit drei Punkten im Gepäck fahre es sich leichter nach Hause, sagte unser Coach weiter. Die rund vier Stunden Rückfahrt würden so hoffentlich nur dreieinhalb dauern, scherzte Peter Zeidler. Aber nicht nur die drei Punkte trugen zu dieser guten Stimmung bei, sondern auch der Auftritt des Teams. «Es war die beste Leistung in dieser Saison», urteilte Peter Zeidler. Noch besser als beim Sieg in Basel. Da habe man etwas mehr Glück gebraucht, heute nur ein bisschen. Und taktisch habe sich sein Team hervorragend verhalten.

In der Tat waren die elf Espen von Beginn weg parat gegen die Sittener, welche die letzten sieben Pflichtspiele gewonnen hatten und vor Selbstvertrauen nur so strotzten. Die Platzherren waren zu Beginn eher spielbestimmend und hatten einige Chancen, doch wir versteckten uns keineswegs, hielten mehr als nur gut mit und kamen ebenfalls zu Tormöglichkeiten. Nach einer Viertelstunde führten wir bei den Eckbällen mit 3:0. Doch die folgenden 15 Minuten glichen die Sittener diese Bilanz aus und gingen sogar 4:3 in Führung.

Beide Torhüter zeichnen sich aus

Bei den Toren jedoch stand es immer noch 0:0. Doch nach einer halben Stunde erhöhten beide Teams die Kadenz, um dies zu ändern. In der 31. Minute setzte Captain Silvan Hefti nach einer tollen Aktion Jérémy Guillemenot ein. Dessen wuchtigen Schuss konnte Sion-Goalie Fickentscher aber bravourös parieren. Nur eine Minute später war Fickentscher erneut gefordert, als er von Demirovic geprüft wurde. Doch auch unser Dejan Stojanovic hatte noch in derselben Minute ebenfalls Gelegenheit, sich auszuzeichnen, denn Doumbia setzte beim unmittelbaren Gegenstoss zu einem Kopfball ab, der eigentlich das 1:0 für Sion hätte bedeuten müssen. Aber Deki hielt das Unentschieden fest.

Als die 8200 Zuschauer schon mit einem torlosen Remis zur Pause rechneten, hatte Hefti erneut einen Energieanfall, stürmte nach vorne und passte zu Guillemenot. Der sah rechts Demirovic und spielte diesen uneigensinnig an, anstatt selber zu schiessen. Und unser Neuzugang netzte flach in die entfernte Ecke ein. Der perfekte Zeitpunkt für seine grün-weisse Torpremiere.

Führung mehr als verdient

Nach der Pause waren es aber nicht die Walliser, die Druck machten, um das Skore auszugleichen. Viel mehr waren es unsere Espen, die den Rhythmus bestimmten. Die Führung war mehr als verdient. Nach etwas mehr als einer Stunde kam Boris Babic an den Ball und zog ab. Fickentscher liess die Kugel abprallen, Lukas Görtler reagierte blitzschnell und staubte ab. 2:0 für uns.

Bis eine Viertelstunde vor Schluss hatte man kaum das Gefühl, dass wir den Vorsprung noch verspielen würden. Yannis Letard und Betim Fazliji in der Innenverteidigung hatten Doumbia gut im Griff, links meldete Miro Muheim Sion-Star Kasami völlig ab und hatte daneben auch noch Zeit für den einen oder anderen Rush nach vorne, und Behrami wurde bei seiner Auswechslung vom kritischen Publikum gar mit Pfiffen bedacht.

Kluger Wechsel von Peter Zeidler

Doch in der 77. brach der eingewechselte Khasa rechts durch und spielte einen idealen Querpass vor das Tor, den Doumbia nur noch ins Netz schieben musste. Die Zuschauer erwachten nun nochmals und peitschten ihre Spieler nach vorne. Doch trotz Zitterns in den sechs Nachspielminuten war der Sieg nicht mehr ernsthaft gefährdet. Zu routiniert spielte das junge Team den Stiefel runter, und Peter Zeidler brachte mit der klugen Einwechslung von Alain Wiss für den angeschlagenen Fazliji in der 80. Minute zusätzliche Routine und Abgeklärtheit ins Spiel. Zudem vermied er so, dass seine Mannschaft eine oder zwei Minuten in Unterzahl agieren musste, während Fazliji hätte gepflegt werden müssen.

Kurz vor 22 Uhr war dann der Sieg im Wallis Tatsache. Auswärts in Sion, das passt. Nun haben wir aus den letzten sechs Spielen im Tourbillon ganze 13 von 18 Punkten geholt. Ebenfalls 13 Punkte sind nun auf unserem Punktekonto in dieser Saison, was den vierten Platz zementiert. Nun sind es nur noch drei Punkte Differenz zu Sion, die vor diesem Spieltag zusammen mit Basel die Tabelle anführten. (mna)

 

FC Sion - FC St.Gallen 1879 1:2 (0:1)

Tourbillon - 8'200 Zuschauer - SR Alessandro Dudic.

Tore: 43. Demirovic 0:1, 62. Görtler 0:2, 77. Doumbia 1:2.

FC Sion: Fickentscher; Maceiras (67. Lenjani), Kouassi, Ndoye, Abdellaoui; Behrami (75. Uldrikis), Toma; Kasami, Grgic, Fortune (57. Khasa); Doumbia.

FC St.Gallen 1879: Stojanovic; Hefti, Fazliji (80. Wiss), Letard, Muheim; Quintillà, Görtler, Ruiz (91. Costanzo); Guillemenot; Demirovic, Babic (64. Fabiano Alves).

Verwarnungen: 36. Behrami, 45. Görtler, 55. Fortune, 65. Fabiano Alves, 83. Wiss, 86. Ndoye, 93. Abdellaoui.

Bemerkungen: Sion ohne Raphael, Nsakala, Luan, Itaitinga und Adão (alle verletzt). St.Gallen mit Klinsmann, Wiss, Fabiano Alves, Ribeiro, Costanzo, Kräuchi und Campos (Ersatz) und ohne Stergiou, Bakayoko, Itten, Nuhu, Lüchinger (verletzt), Vilotic, Ajeti, Kchouk und Rüfli (nicht im Aufgebot).