Verrücktes Spiel endet unentschieden
SO, 09.08.2026
FC St.Gallen 1879 - FC Luzern 2:2 (1:0)
Mit einem Handelfmetertor in der elften Nachspielminute gleicht Captain Lukas Görtler in extremis noch aus.
Luzerns Trainer Jörg «Udo» Portmann sprach an der Medienkonferenz von einem «wilden Ritt», und damit lag er völlig richtig. Es war ein verrücktes Spiel, welches die zwei Mannschaften vor vollen Rängen gezeigt haben. Und am Ende waren beide Trainer gemäss eigener Aussage mit dem einen Punkt zufrieden – und konnten es doch nicht sein.
Bei den St.Gallern deswegen, weil man zur Pause höher als mit nur einem Tor hätte führen müssen. Und auch dieses Tor fiel tief in der Nachspielzeit der ersten Hälfte. Zudem mit gütiger Mithilfe von Luzerns Goalie Simon Simoni, dem wie in den ersten zwei Runden ein Patzer unterlief und eine Flanke nicht festhalten konnte. Lukas Daschner liess sich nicht zweimal bitten. Doch Unglücksrabe Simoni wurde auf dem Weg in die Kabine von Lukas Görtler getröstet. Die beiden sollten sich eine Stunde später nochmals gegenüberstehen.
Das 1:0 zur Pause schmeichelte aber den Luzernern. Schon in der dritten Minute lenkte Stefan Knezevic einen Klärungsversuch an den eigenen Pfosten. Aliou Baldé traf in der 19. Minute ebenfalls den Pfosten, und in der 40. Minute lenkte Goalie Simoni einen Schlenzer Lukas Daschners noch an die Latte. Dazu kamen zahlreiche gute Tormöglichkeiten für die Espen. Wir gingen etwas gar fahrlässig mit unseren Chancen um.
Besser machten es da die Gäste unmittelbar nach Wiederanpfiff. Der Luzerner Neuzugang Daniel Mikolajewski ging nach einem Pass von Matteo Di Giusto vergessen und schoss rund eine Minute nach seinem Debüt eiskalt den Ausgleich. Das Gegentor war absolut unnötig, der Gegner plötzlich wieder im Spiel. Und es war Lawrence Ati Zigi zu verdanken, dass es beim 1:1 blieb, denn er wehrte in der 49. Minute einen Schuss von Oscar Kabwit an den Pfosten.
In der Folge standen wir dem 2:1 eher wieder näher als die Luzerner, doch die Partie plätscherte zeitweise etwas dahin, hatte nicht mehr das Feuer wie in der ersten Halbzeit. Die Schlussphase war dann hingegen wieder so heiss wie das Wetter an diesem Augustsonntag. Zuerst setzte Di Giusto in der 78. Minute einen Schuss knapp neben das Tor, und sechs Minuten später wehrte Zigi erneut grandios ab gegen den eingewechselten Aurelio Oehlers.
Dieser Oehlers bediente in der 89. Minute bei einem Konter den mitgelaufenen Di Giusto, und dem Luzerner Regisseur gelang doch tatsächlich das 2:1 für seine Farben. Das durfte doch nicht wahr sein! Und doch bleiben noch sieben Nachspielminuten, um den Ausgleich zu erzielen. Das tat Lukas Görtler vermeintlich in der fünften Nachspielminute, doch vor dem Tor soll Colin Kleine-Bekel ein Foulspiel begangen haben. Die Niederlage stand unmittelbar bevor.
Doch das Team zeichnet im Moment aus, dass es sich nicht geschlagen gibt, bevor der Schlusspfiff ertönt. Und es sollten noch einige Minuten dazukommen, weil es drunter und drüber ging. In der 94. Minute sah der eingewechselte Mio Zimmermann Gelb für ein Foul. Drei Minuten später auch Mikolajewski. Und weil beide blonde Locken haben, dachte sich Schiedsrichter Dudic, er zücke doch mal Gelb-Rot für den 20-jährigen Polen, der vor drei Tagen aus Parma in die Innerschweiz gewechselt ist. Nach heftiger Intervention der Luzerner zog Dudic die Ampelkarte dann zurück.
Doch nun reklamierte Lukas Görtler heftig, weil vor diesem vermeintlichen Platzverweis Löfgren den Ball im Strafraum mit der Hand gespielt haben soll. Dudic checkte die Szene am Bildschirm und entschied tatsächlich auf Elfmeter für die Espen. Görtler behielt die Nerven und verwandelte den Handspenalty schliesslich in der elften Nachspielminute frech durch die Mitte, nachdem ihm Simoni zuvor gesagt habe, dass er sich eh nicht getraue, in die Mitte zu schiessen. (man)


