Epochen
Wir sind Fussballgeschichte
seit 1879
Gründung und Frühgeschichte
Protokolle der 1880er-Jahren erwähnen, dass jeden Mittag zwischen 13 und 14 Uhr sowie abends bis zum Einbruch der Dunkelheit Fussball gespielt wurde. Die Regeln des Assoziationsfussballs wurden nicht angewendet; so waren unter anderem die Tore um etwa die Hälfte kleiner. Zweimal im Monat fanden Wettkämpfe statt. Das Institut Schönberg war der erste auswärtige Gegner. In den 1880er-Jahren entstanden in und um der Stadt St.Gallen mehrere Fussballklubs, welche jedoch früher oder später in den FC integriert wurden.
Der älteste dokumentierte Wettkampf war am 1. Mai 1892, als der FC St.Gallen gegen die Grasshoppers Zürich mit 0:1 verlor. Im Vorfeld der Partie reklamierten die Grasshoppers wegen den zu kleinen Toren. Das Rückspiel in Zürich, wo normale Tore aufgestellt wurden, gewann GC 6:0. Der FC St.Gallen ersetzte darauf seine Tore durch solche in der Normgrösse.
Fusionen und 1. Meistertitel
1899/1900 nahm der Vereinigte FC St.Gallen erstmals in der höchsten Schweizer Liga, der «Serie A» teil. In der Gruppe «Ost» wurde er Tabellenletzter. 1900/01 nahm der Club nicht an der Meisterschaft teil. 1901/02 wurde er in seiner Gruppe Tabellendritter. Am 17. März 1902 absolvierte der Vereinigte FC St.Gallen sein erstes internationales Spiel gegen Alemannia Karlsruhe. Die St.Galler gewannen 26:0. Ein Jahr später, in der Saison 1902/03, wurden die St.Galler Tabellenzweiter. Die Namensänderung des Vereinigten FC St.Gallen in FC St.Gallen erfolgte am 22. Juni 1903.
In der Saison 1903/04 wurde der FC St.Gallen erstmals Gruppensieger, wodurch er zusammen mit den anderen Gruppensiegern, Servette FC Genève sowie BSC Old Boys Basel, die Finalrunde bestreiten durfte. Der FC St.Gallen erreichte gegen Servette ein 1:1-Remis und bezwang die Old Boys Basel mit 1:0. Da Old Boys Basel Servette 2:0 besiegte, wurde der FC St.Gallen erstmals Schweizer Fussballmeister.
Beständigkeit

1932 musste der FC St.Gallen in die zweite Liga absteigen. Unter Spielertrainer Norman Smith wurde der Club 1934/35 Meister der zweiten Liga und stieg somit wieder in der obersten Liga auf. Den ersten Cupfinal erreichten die Ostschweizer 1945. Dieses Endspiel verloren die St.Galler gegen die Young Boys Bern vor 15'000 Zuschauer im Stadion Wankdorf Bern mit 0:2. In der gleichen Saison stiegen die St.Galler erneut ab. Die Rückkehr in die Nationalliga A gelang 1948/49 unter dem britischen Trainer J. C. Townley.
Die Jahre im Unterhaus
Cupsieg und Achtungserfolge

In der gleichen Saison mussten die St.Galler wieder in die Nationalliga B absteigen. Das Intermezzo in der zweithöchsten Spielklasse dauerte dieses Mal aber nur ein Jahr. 1977 stand der FC St.Gallen zum dritten Mal im Cupfinal. Gegner waren, wie schon 1945, die Young Boys. Vor 27'000 Zuschauern im Wankdorf verloren die St.Galler durch einen späten Treffer unglücklich mit 0:1 und verpassten damit den zweiten Cupsieg in der Vereinsgeschichte.
1978 gewann der FC St.Gallen den heute nicht mehr existierenden Ligacup. Im Final bezwangen die St.Galler im Stadion Schützenwiese in Winterthur die Grasshoppers mit 3:2. Im Jubiläumsjahr 1979 schloss der Club die Meisterschaft im 4. Rang ab, dem besten Resultat seit dem Bestehen der Nationalliga. 1985 gelang dem FC St.Gallen die Teilnahme am UEFA-Cup dank des 4. Rangs in der Meisterschaft. Der Saisonhöhepunkt auf dem Espenmoos war die UEFA-Cup-Begegnung vor der Rekordkulisse von 16'200 Zuschauern gegen Inter Mailand mit dem beachtlichen Resultat von 0:0.
1988 kam der spätere Weltstar und chilenische Nationalspieler Iván Zamorano über den FC Bologna zum FC St.Gallen. Er wurde 1989/90 mit 23 Treffern Schweizer Torschützenkönig. Da er finanziell nicht mehr haltbar war, verkaufte der Verein Zamorano 1990 an den FC Sevilla mit der damals höchsten Transfersumme der NLA-Geschichte. Zamorano war nicht nur einer der herausragenden, sondern ist bis heute einer der beliebtesten Spieler der grün-weissen Geschichte.

Unter Rapolder und dessen Nachfolger Roger Hegi etablierte sich der FC St.Gallen im gesicherten Mittelfeld der Nationalliga A. Letzterer führte den Verein 1998 auch in den Cupfinal. Vor 25'000 Zuschauern in Bern sah St.Gallen gegen Lausanne-Sports lange wie der sichere Sieger aus. Ein verschossener Penalty der St.Galler beim Stand von 2:0 brachte den Gegner jedoch unvermittelt zurück ins Spiel. Lausanne glich kurz vor Schluss aus und gewann den Titel schliesslich im Penaltyschiessen. So blieb es für den FC St.Gallen im Jahr 1998 bei einem Titelgewinn - demjenigen des offiziellen Schweizer Hallenmeisters (der Wettbewerb wurde von 1997 - 1999 ausgetragen) nach einem 3:1-Finalsieg gegen den FC Zürich.
Der 2. Meistertitel

In der Folgesaison scheiterte der FC St.Gallen in der Champions League-Qualifikation denkbar knapp (1:2 und 2:2) an Galatasaray Istanbul. Die St.Galler durften danach im UEFA-Cup antreten. Dort eliminierten die Ostschweizer in der 1. Runde sensationell das grosse, mit zahlreichen Stars und Nationalspielern gespickte Chelsea London. Ein 0:1 aus dem Hinspiel an der Stamford Bridge machten die St.Galler im Rückspiel wett. Mit 2:0 bezwang der FC St.Gallen im Zürcher Hardturm - das Espenmoos war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr für internationale Spiele zugelassen - den Londoner Nobelclub und sorgte für ein grosses Highlight in der eigenen Vereinsgeschichte. In der nächsten Runde kam das bittere Aus gegen Club Brügge nach einem Gegentor in der 92. Minute im Rückspiel.
Die schwierigen Folgejahre
In der letzten Runde der Saison 2000/01 gab es bis zum Schluss einen Dreikampf zwischen dem FC St.Gallen, den Grasshoppers und dem FC Lugano um den Meistertitel. Die Entscheidung fiel erst in der letzten Runde. Die St.Galler erlitten in diesem letzten Saisonspiel gegen die Grasshoppers mit einem 0:4 die erste Heimniederlage seit fast zwei Jahren oder 35 Spielen, wodurch die Grasshoppers Schweizer Meister wurden. Durch diese Niederlage belegte St.Gallen in der Endabrechnung den 3. Rang, welcher zur erneuten Teilnahme am UEFA-Cup berechtigte. Dort eliminierten die St.Galler in der Qualifikation erst Pelister Bitola aus Mazedonien, bevor sie in der 1. Runde auch den früheren Meistercup-Sieger Steaua Bukarest ausschalten konnten. In der 2. Runde schien ein erneuter Coup möglich, nachdem die Ostschweizer das Hinspiel auswärts gegen den SC Freiburg mit 1:0 gewonnen hatten. Im Rückspiel zwei Wochen später auf dem Hardturm setzten sich die Freiburger allerdings klar mit 4:1 durch und setzten den St.Galler Träumen ein Ende.

Auf und Ab
Vielerorts galt der FC St.Gallen im Jahr eins nach dem Aufstieg als ernsthafter Abstiegskandidat. Doch die St. Galler legten einen ausgezeichneten Start in die Saison 2009/10 hin. Gleich im ersten Spiel wurde Titelfavorit FC Basel vor 19'500 Zuschauern in der ausverkauften AFG ARENA mit 2:0 bezwungen.

Weit weniger erfreulich verlief für den FC St.Gallen die Folgesaison. Während sich der Club im sportlichen Bereich von Beginn weg mit dem Abstiegskampf konfrontiert sah, drohte im Herbst 2010 auch noch der Konkurs. Dieser konnte erst in letzter Minute und dank des Engagements privater Geldgeber verhindert werden. Nach vier Niederlagen zu Beginn der Rückrunde musste Trainer Uli Forte seinen Stuhl räumen und wurde durch Jeff Saibene ersetzt. Die Wende gelang dem FC St.Gallen trotz des Trainerwechsels nicht mehr. Am Ende der Saison 2010/11 stiegen die Ostschweizer ab und mussten nur zwei Jahre nach dem Aufstieg wieder den bitteren Gang in die Challenge League antreten.
Mit dem klaren Ziel "sofortiger Wiederaufstieg" nahm der FC St.Gallen die Saison 2011/12 in Angriff. Dieses wurde auch erfüllt. Von Beginn weg lag der FC St.Gallen an der Tabellenspitze und wies nach der Hälfte der Saison bereits neun Punkte Vorsprung auf die ersten Verfolger auf. Trotz einer Phase mit weniger guten Resultaten in der Rückrunde wurde der Aufstieg schliesslich vorzeitig, am drittletzten Spieltag mit einem 2:0 in Locarno, sichergestellt.
Zurück in der Super League, sorgte der FC St.Gallen im Oberhaus von Beginn an für positive Schlagzeilen. Zehn Spiele blieb der FCSG ungeschlagen und übernahm am 1. September 2012 mit einem 3:0 in Sion sogar zum ersten Mal seit fast sechs Jahren die Tabellenführung. Bei Halbzeit der Saison belegten die Grün-Weissen den 3. Tabellenplatz. Nicht wenige rechneten mit einem Einbruch des FCSG nach der Winterpause, doch die St.Galler kamen nicht von ihrem guten Weg ab und beendeten schliesslich die beste Saison seit 2001 auf dem hervorragenden 3. Rang, der zur Teilnahme an den Europa League Play-offs in der Saison 2013/14 berechtigte.
Europäische Rückkehr nach zwölf Jahren
Die Auslosung der UEFA Europa League Play-offs bescherte den Espen mit Spartak Moskau einen starken Gegner: Der russische Rekordmeister verfügte über ein Budget von 120 Millionen Franken und war in der vorangegangen Saison noch in der Champions League engagiert. David gegen Goliath!
Das Hinspiel in der AFG ARENA gegen die Russen endete mit einem 1:1 unentschieden. Spartak ging mit 1:0 in Führung ehe Marco Mathys in der zweiten Halbzeit ausgleichen konnte. Die Mission Gruppenphase schien für die Espen schwierig und in weite Ferne zu rücken.

Europa League: Ein Sommermärchen wird wahr
Nach dem Auswärtsspiel in Swansea führte die Europatournee die Espen nach Valencia. Die Mannschaft von Jeff Saibene wurde von den Spaniern von Beginn weg dominiert und musste mit einer 5:1-Packung die Heimreise antreten. Beim Wiedersehen in der AFG ARENA wollte sich der FCSG rehabilitieren.

Die Jahre danach
Sportlich besser verlief die Spielzeit 2017/18. Der FC St.Gallen 1879 setzte sich in der oberen Tabellenhälfte fest und sicherte sich trotz einer Niederlagenserie zum Saisonende als Tabellenfünfter die Qualifikation für die UEFA Europa League. Mit Peter Zeidler wurde für die Saison 2018/19 ein neuer Trainer als Nachfolger des im April entlassenen Giorgio Contini verpflichtet. Die Saison begann erfreulich mit einem 2:1-Sieg in Basel, doch international folgte kurz danach eine Enttäuschung. Gegen Sarpsborg aus Norwegen scheiterte der FCSG bereits in der 2. Qualirunde zur Euro League - aus der Traum von einem europäischen Abenteuer wie 2013.
In der Folge waren die sportlichen Leistungen durch ein Auf und Ab gekennzeichnet, das die Fans wie auch den gesamten Verein emotional stark forderte. Lange schien sogar ein Abrutschen auf den 9. Platz möglich, der zwei Spiele gegen den Tabellenzweiten der Challenge League um Ab- oder Aufstieg bedeutet hätte. Dank Siegen gegen Xamax, GC und Sion wurde das Barrage-Gespenst bis Mitte Mai verscheucht. Stattdessen kam es am letzten Spieltag beim FC Zürich zu einer dramatischen Ausgangssituation: Aufgrund der Ergebnisse in den anderen Spielen hätte sich der FC St.Gallen 1879 mit einem Sieg direkt für die Gruppenphase der Europa League qualifiziert. Nach dem verdienten Führungstreffer für die Espen durch Jérémy Guillemenot kam der FCZ nach 50 Minuten zum Ausgleich. Majeed Ashimeru hatte kurz vor Schluss nach herrlicher Vorarbeit von Tranquillo Barnetta, der an diesem Tag zum letzten Mal im FCSG-Dress auflief, die Chance seinen Club auf die europäische Bühne zu schiessen. Doch Ashimeru verzog knapp und so blieb ihm in seinem Abschiedsspiel - er wechselte zurück zu seinem Stammverein RB Salzburg - wie dem gesamten Verein die bittere Erkenntnis, trotz Punktgleichheit mit dem Tabellendritten nur den 6. Platz in der Abschlusstabelle zu belegen. Statt der Gruppenphase erreichte der FC St.Gallen 1879 somit nicht einmal die Qualifikationsrunde für die Europa League.
Aussergewöhnliche Saison 2019/20
Zwischen Cupfinal und Abstiegskampf
Auch die erste Partie des neuen Jahres vermochte Grün-Weiss für sich zu entscheiden, als der FC Vaduz im Berit Sitterstadion mit 2:0 geschlagen wurde. Danach verschlechterten sich die Resultate in der Meisterschaft jedoch; bis Mitte April kamen in 16 Spielen nur zwei weitere Siege dazu, womit sich der FC St.Gallen 1879 plötzlich im Abstiegskampf wiederfand. So wurde aus dem Heimspiel gegen Vaduz am 24. April plötzlich ein sogenanntes "Sechs-Punkte-Spiel", in dem sich der FCSG mit 1:0 durchsetzen konnte. Es blieb jedoch eng in der unteren Tabellenhälfte, und wir mussten bis zum vorletzten Spieltag warten, ehe nach einem 5:0 gegen Lausanne der Ligaerhalt gesichert war.
Inmitten der Resultatkrise in der Meisterschaft setzte der FC St.Gallen 1879 im Schweizer Cup zum Höhenflug an. Anfang April schickte man den BSC Young Boys im Berit Sitterstadion in einem begeisternden Achtelfinal mit 4:1 nach Hause. Im Viertelfinal bei den Grasshoppers eine Woche später wurden die Weichen mit zwei Toren in der Startviertelstunde früh auf Sieg gestellt und schliesslich der Halbfinal erreicht. Dort musste St.Gallen nach Genf zu Servette. Durch ein Tor von Basil Stillhart in der Schlussphase gewann Grün-Weiss mit 1:0 und qualifizierte sich zum ersten Mal seit 1998 wieder für den Cupfinal. Gross war die Vorfreude auf das Endspiel gegen Luzern am Pfingstmontag, doch das Spiel wurde zu einer bitteren Enttäuschung. Der FCSG vermochte im Cupfinal nicht an die vorangegangenen Leistungen anzuknüpfen und musste sich den Innerschweizern mit 1:3 geschlagen geben.
Gegenteilig verlief die Meisterschaft 2021/22. Nachdem das Startspiel beim späteren Absteiger Lausanne-Sport mit 2:1 gewonnen werden konnte, folgte eine Durststrecke von acht sieglosen Partien. Diese wurde erst Mitte Oktober mit einem Sieg in der Nachspielzeit gegen Servette beendet. In den nächsten drei Partien liess die Mannschaft Siege in Basel und gegen die Young Boys folgen, doch nach nur noch einem weiteren Punkt aus den verbleibenden fünf Spielen überwinterte der FC St.Gallen 1879 mit nur 16 Punkten auf dem 8. Platz.
Mit sieben neuen Spielern wurde die Rückrunde in Angriff genommen, und in dieser gelang ein Start nach Mass. Einem 5:1 in Lausanne folgte ein 3:3 gegen die Young Boys, bei dem der FCSG nach einer Stunde noch scheinbar hoffnungslos mit 0:3 hinten gelegen hatte. Elf Spiele in Folge blieb die Mannschaft ungeschlagen und entledigte sich somit vorzeitig aller Abstiegssorgen. Gleichzeitig qualifizierte sich Grünweiss im zweiten Jahr hintereinander für den Cupfinal. Gegen 20'000 St.Galler Fans machten sich am 15. Mai auf nach Bern, voller Euphorie und Hoffnung auf den langersehnten Cupsieg. Leider entpuppte sich an diesem Tag der FC Lugano als zu stark und gewann mit 4:1.
Cupsieg 2026