Demirovic mit Doppelpack gegen die Werkself

Bayer 04 Leverkusen - FC St.Gallen 1879 3:2 (1:2) Fr, 10.01.2020 Spielberichte Bildbeschreibung

Trotz der knappen Niederlage gegen den Sechsten der Bundesliga zeigten die Espen eine gute Leistung. Das Team von Peter Zeidler erspielte sich vor allem in der ersten Halbzeit eine Vielzahl von Chancen und lag zur Pause verdient in Führung. Nach der Pause konnte Leverkusen zulegen und sicherte sich den Sieg im Testspiel.

Trotz der knappen Niederlage gegen den Sechsten der Bundesliga zeigten die Espen eine gute Leistung. Das Team von Peter Zeidler erspielte sich vor allem in der ersten Halbzeit eine Vielzahl von Chancen und lag zur Pause verdient in Führung. Nach der Pause konnte Leverkusen zulegen und sicherte sich den Sieg im Testspiel.

Unser Testspielgegner Bayer 04 Leverkusen hatte heute ein volles Programm. Um 14 Uhr spielte die Werkself gegen Utrecht, um 16 Uhr dann gegen uns. Gegen die Niederländer standen gemäss Rudi Völler jene Spieler auf dem Feld, die auch in einer Woche beim Rückrundenstart in der Bundesliga auflaufen dürften. Doch bei dem Kader der Leverkusener von einem A-Team und einem B-Team zu sprechen, das würde der Qualität der Spieler nicht gerecht.

Auf 250 Mio Euro schätzt die Seite transfermarkt.de die Startelf gegen Utrecht, wovon Kai Havertz alleine 90 Mio wert sein soll. Doch auch die Elf, die gegen uns auf dem Platz stand, wird auf mehr als 150 Mio geschätzt - darunter solche Topspieler wie Bailey (37 Mio), Demirbay (30 Mio), Palacios (25 Mio), Wendell, Alario (je 17 Mio) und Weiser (14 Mio). Auch wenn man die fiktiven Preisschilder nicht zu ernst nehmen sollte, so wird doch jeder der genannten alleine höher bewertet als unser ganzes Team.

Ball schon früh im Leverkusener Netz

Doch "Geld schiesst keine Tore", so heisst es. Das tun die Spieler auf dem Platz. Und einer macht das bei uns besonders gerne. Ermedin Demirovic traf bereits gegen Ingolstadt, und es waren noch keine drei Minuten gespielt, als er alleine auf Goalie Özcan zulaufen konnte. Doch uneigennützig schon er den Ball noch rüber auf den mitgelaufenen Jérémy Guillemenot, der Zentimeter im Abseits stand und dessen frühes Tor deshalb nicht zählte.

Doch Demirovic steckte die Enttäuschung keine zehn Minuten später weg, ja schoss ihn sich von der Seele. Jordi Quintillà bediente den Torjäger steil, und der Bosnier haute den Ball aus äusserst spitzem Winkel in die entfernte linke, hohe Torecke. Ein Traumtor in Vorbereitung und Vollendung. Die Führung für die Espen wurde doch noch Tatsache.

Unerwarteter Ausgleich

Noch nicht viel zu tun gehabt hatte bis zu diesem Zeitpunkt Shamal George. Der 22-jährige Brite kam gestern Donnerstag in La Manga an und stand heute bei uns im Tor. Er ersetzte den angeschlagenen Dejan Stojanovic. Weil die Torhüter 2 und 3, Klinsmann und Strübi, noch eine Weile ausfallen, besteht auf dieser Position Handlungsbedarf. So durfte sich George, der bei der U23 von Liverpool spielt, sich heute über 90 Minuten zeigen.

In der 29. Minute hatte er ein erstes Negativerlebnis, als die Leverkusener über rechts angriffen, Pohjanpalo zur Mitte passte und Bailey mit der Hacke und etwas Glück zum 1:1 traf. Der Ausgleich fiel doch eher überraschend und war nicht wirklich zwingend, denn wir hatten den Bundesligisten bis zu diesem Zeitpunkt ganz gut im Griff.

Demirovic fast mit dem Hattrick

Nicht in den Griff bekamen jedoch die Leverkusener unseren Dreizack im Sturm, der heute für einmal aus Jérémy Guillemenot hinter dem Paar Babic/Demirovic bestand. Und dieses Trio stürmte in der 32. Minute in Richtung Tor der Werkself mit Guillemenot als Ballführendem in der Mitte. Und wie bereits in der dritten Minute wurde der Ball rechts rüber gelegt - diesmal einfach umgekehrt - von Guillemenot zu Demirovic. Dieser liess sich nicht zweimal bitten und drosch den Ball aus knapp 16 Metern unter die Latte.

Die Führung hätten wir bis zur Pause durchaus auch noch ausbauen können. Die dickste der ungenutzten Chancen hatte wohl erneut Ermedin Demirovic, als er in der 44. Minute von Boris Babic von rechts bedient wurde. Dieser passte den Ball flach durch den ganzen Strafraum auf den hinteren linken Pfosten, wo Demirovic den Ball mit rechts im Tor unterbringen wollte - aber über den Ball schlug. Mit links wäre wohl die bessere Option gewesen.

Neun neue Spieler nach der Pause

Nach dem Seitenwechsel standen bei uns gleich neun neue Spieler auf dem Platz. Lediglich Shamal George blieb im Tor, und auch für Jordi Quintillà war der Arbeitstag noch nicht beendet. Er wäre eigentlich für die zweite Hälfte vorgesehen gewesen, ersetzte aber den angeschlagenen Yannis Letard, weshalb Betim Fazliji vom defensiven Mittelfeld in die Innenverteidigung rückte.

Bayer 04 Leverkusen fand jetzt etwas besser ins Spiel und hatte nun auch mehr Strafraumszenen. Eine davon nach fast einer Stunde, als der Bundesligist durch Demirbay einen Eckball treten konnte. Der Finne Pohjanpalo schraubte sich in die Höhe und setzte den Kopfball an die Latte. Doch der Ball fiel ihm wieder vor die Füsse, so dass er seinen eigenen Abpraller mit dem Fuss abstauben konnte.

Wer sie vorne nicht macht...

Keine Minute später haben wir erneut reagiert und wären beinahe wieder in Führung gegangen, doch Andre Ribeiro schlenzte nach schönem Doppelpass mit Cedric Itten den Ball knapp über die Latte. Und auch in der 66. Minute hatte Lukas Görtler eine dicke Chance nach tollem Pass von Axel Bakayoko. Aber Lomb, der nun bei Bayer 04 im Tor stand, lenkte den Flachschuss gerade noch um den Pfosten.

So bewahrheitete sich eine andere Fussballweisheit an diesem Freitagabend unter der Januarsonne Spaniens: Wenn du sie vorne nicht machst, bekommst du sie hinten. In der 69. Minute hatten wir einen Ballverlust im Mittelfeld und die Leverkusener reagierten blitzschnell. Weiser spielte einen präzisen Querpass vor das Tor, wo sich Fabiano etwas verschätzte und Alario deshalb einschieben konnte. Goalie George wäre beinahe noch dran gewesen.

Lomb mit bärenstarken Paraden gegen Itten

Auf der anderen Seite hatten wir in der 82. Minute gleich doppelt die Gelegenheit, um das Skore wieder auszugleichen. Cedric Itten schoss nach einem Querpass von Axel Bakayoko direkt mit links, doch Lomb im Tor reagierte erneut bärenstark. Und auch Fabio Solimandos Nachschuss verfehlte das Tor nur um Zentimeter, so dass es bei der knappen Führung für die Werkself blieb. Die allerletzte Chance der Partie hatte erneut Cedric Itten in der 89. Minute. Doch wieder wehrte Lomb den Flachschuss unserer Nummer 13 mit der rechten Hand ab.

Man muss aber auch sagen, dass Leverkusen mit der Qualität seiner Spieler den Vorsprung am Ende doch souverän über die Zeit brachte und auch hin und wieder zu Chancen kam. Der Sieg des Bundesligisten war so am Ende nicht unverdient, auch wenn sich unsere Mannschaft ein Unentschieden mehr als verdient gehabt hätte.

Zeidler trotz Niederlage zufrieden

Trainer Peter Zeidler war dann auch zufrieden nach dem Spiel. Logischerweise nicht mit dem Ergebnis, aber doch mit dem Auftreten seines Teams, welches gegen eine der besten deutschen Mannschaften gut dagegen hielt und sich viele Chancen erarbeiten konnte. Am Ende fehlte nur wenig zu einem Unentschieden.

Am Montag folgt nun das letzte der drei Spiele im Trainingslager in La Manga. Gegner wird das Team aus Oostende sein. Die Belgier liegen in der aktuellen Meisterschaft nur auf dem 14. Platz von 16 Mannschaften. Das Spiel findet erneut im El Centro de Futbol de La Manga statt, wo wir auch unsere Trainings abhalten. Anpfiff ist um 15.30 Uhr und das Spiel wird erneut auf fcsg.tv übertragen. (mna)

 

Bayer 04 Leverkusen - FC St.Gallen 1879 3:2 (1:2)

El Centro de Futbol de La Manga - 150 Zuschauer - SR Jose David Martinez Montalban.

Tore: 12. Demirovic 0:1, 29. Bailey 1:1, 32. Demirovic 1:2, 58. Pohjanpalo 2:2, 69. Alario 3:2.

Leverkusen: Özcan (46. Lomb); Weiser (79. Gädicke), Rüth, Dragovic, Wendell; Demirbay, Palacios; Bailey, Azhil, Pohjanpalo (70. Stanilewicz); Alario.

St.Gallen: George; Kräuchi (46. Hefti (Cap.)), Stergiou (46. Fabiano Alves), Fazliji (46. Ajeti), Muheim (46. Rüfli); Staubli (46. Görtler), Quintillà (71. Campos), Ruiz (46. Solimando); Demirovic (46. Itten), Guillemenot (46. Ribeiro), Babic (46. Bakayoko).

Verwarnungen: 37. Staubli (Foul), 51. Palacios (Foul), 82. Dragovic (Reklamieren).

Bemerkungen: St.Gallen ohne Stojanovic, Letard, Klinsmann, Costanzo, Nuhu, Strübi (angeschlagen oder verletzt). - 3. Tor von Guillemenot wegen Abseits aberkannt. - 58. Pfostenschuss von Pohjanpalo.