Qunitillàs Kunstschuss

FC St.Gallen 1879 - FC Thun 3:2 (3:0) Mo, 29.06.2020 Spielberichte

Eine wiederum furiose erste Halbzeit bringt uns nach Toren von Hefti, Itten und Quintillà mit 3:0 in Front, doch die Thuner kommen durch zwei Stürmertore nochmals heran. Der Sieg ist aber letztlich verdient.

Nach der bitteren 0:4-Heimniederlage gegen den FC Zürich hatten unsere Spieler nur drei Tage später bereits wieder Gelegenheit die Scharte vom Donnerstag auszuwetzen. Peter Zeidler musste personell einige Änderungen vornehmen. Für den leicht angeschlagenen Yannis Letard kehrte der gegen den FCZ noch gelbgesperrte Betim Fazliji in die Startelf zurück. Mit unserem «Mister 100 Prozent» auf dem Feld konnte ja eigentlich gar nichts mehr schief gehen. Dafür sass Victor Ruiz gegen den FC Thun eine Gelbsperre ab. Ihn ersetzte Peter Zeidler durch den jungen Tim Staubli. Der dritte Neue war der wieder genesene Miro Muheim, der wie auch die anderen beiden eine starke Partie lieferte.

Der erste Eckball bringt die Führung

Überhaupt war es wieder eine furiose Anfangsphase, wie man sie von unserem Team mittlerweile gewohnt ist. Nach kaum 20 Sekunden schoss Ermedin Demirovic bereits auf das Tor von Faivre. Die Parallelen zum Zürich-Spiel waren offensichtlich. Man konnte nur hoffen, dass die Partie nicht denselben Verlauf wie am Donnerstag nimmt. Allfällige Bedenken wurden von unseren Espen aber schnell ausgeräumt. Nach dem letzten Spiel hatten wir 13 Eckbälle und null Tore in der Statistik stehen, während der Gegner gleich mit dem ersten Eckball in Führung ging. Diesmal machten wir es besser.

Jordi Quintillà konnte in der achten Minute den ersten Eckball treten, weil zuvor Jérémy Guillemenot mit einem gefährlichen Freistoss Goalie Faivre zu einer Parade zwang. Doch beim anschliessenden Corner konnte Faivre nur ungenügend abwehren. Der Schuss von Cedric Itten blieb zwar noch in der vielbeinigen Abwehr hängen, gegen Silvan Heftis Nachschuss waren dann aber selbst vier Thuner auf der Torlinie machtlos. Unser Captain brachte das Team früh in Führung.

Zauberpass von Görtler und Zauberfreistoss von Quintillà

Nur fünf Minuten später lief Lukas Görtler an der rechten Seitenlinie entlang und schlug kurz nach der Mittellinie einen magistralen Pass über 50 Meter auf die linke Seite hinüber, wo sich Cedric Itten im Rücken des Gegenspielers absetzen konnte. Gekonnt nahm er den weiten Ball mit der Brust an und schob ihn am Fünfmeterraum an Faivre vorbei ins Netz. Es war das zwölfte Saisontor unserer Nummer 13. 2:0 nach nicht einmal einer Viertelstunde, die Partie lief optimal für uns.

Die Mannen von Peter Zeidler powerten weiter, suchten das dritte Tor, denn nur mit einem Sieg mit vier Toren Differenz würde man YB die Leaderposition wieder abluchsen können. Demirovic zweimal, Staubli, Muheim, nochmals Staubli und Itten – sie alle hatten zwischen der 22. und 37. Minute weitere Torchancen. Und in der 40. Minute machte sich Guillemenot auf, die nächste zu kreieren. Thuns Glarner räumte unseren Stürmer jedoch rustikal ab, so dass es aus zentraler Position 25 Meter vom Tor entfernt einen Freistoss gab. Ein Fall für Jordi Quintillà, der sich viel Zeit und drei Schritte Anlauf nahm. Und der Katalane vollendete sein Meisterwerk mit einem Schlenzer in die linke hohe Ecke. Sein zehntes Saisontor. Kurz danach pfiff der unauffällige und umsichtige Fedayi San zur Pause.

Bruderduell nur acht Minuten lang

In der Halbzeitpause wechselte Thuns Trainer Marc Schneider gleich drei Spieler mit Ostschweizer Bezug ein. Simone Rapp, der auch für uns auf Torejagd ging, Verteidigerturm Nikki Havenaar, der in Wil spielte, sowie Silvans Bruder Nias Hefti. Allerdings dauerte das Bruderduell mit unserem Captain nur gerade acht Minuten, da Silvan Hefti leicht angeschlagen vom Feld musste. Für ihn kam Vincent Rüfli.

Wenig später hallten zwei Stangentreffer durch den kybunpark. Zuerst schepperte es bei Munsys Pfostenschuss in der 56. Minute. Lukas Görtler hatte Glück, dass der Ball vom Pfosten an seinen Körper und von dort nicht ins Netz sondern ins Toraus prallte. Goalie Lawrence Ati Zigi wäre chancenlos gewesen. Und zwei Minuten später knallte Tim Staubli den Ball an die Latte und verfehlte seinen Premierentreffer nur um Zentimeter. Und weitere zwei Minuten schlug es dann definitiv im Tor ein – leider in unserem. Ridge Munsy erzielte auf die Sekunde genau nach exakt einer Stunde den Anschlusstreffer, nachdem wir hinten den Ball nicht weggebracht hatten.

Schneiders Glaube an einem Punkt

Er hielt damit die Hoffnung seines Trainers auf einen Punkt am Leben. Marc Schneider sagte seinen Spielern in der Pause, dass heute dennoch ein Punkt drin liege, dass St. Gallen nicht so unwiderstehlich sei, wie es vielleicht den Anschein mache. Nur fünf Minuten nach dem 3:1 trat Bertone einen Freistoss und setzt den Ball an die Latte. Thun war nun definitiv wieder im Geschäft, nachdem es noch zur Pause so aussah, als wäre es ein Spaziergang. Doch als solchen sah Peter Zeidler das Spiel nicht, wie er an der Medienkonferenz sagte. Nicht zuletzt, weil die Thuner im letzten Spiel YB geschlagen haben und Munsy einen Riesenlauf hat. Der Stürmer traf gegen uns schon zum sechsten Mal in Serie.

In der 70. Minute nahm Zeidler mit Qunitillà und Guillemenot zwei Spieler vom Feld, die bei einer gelben Karte im nächsten Spiel hätten zuschauen müssen. Es kamen Yannis Letard und Musah Nuhu, wobei Letard auf der Sechserposition spielte und Nuhu in der Innenverteidigung. Betim Fazliji rückte dafür nach vorne hinter die Spitzen. Kurz darauf verzeichneten die Gäste mit einem Schuss von Havenaar den dritten Treffer an die Torumrandung.

Unnötige Spannung

So richtig gefährlich wurde es erst wieder in der 85. Minute, als Nuhu im dümmsten Moment ausrutschte und Rapp so zu einer Chance kam. Goalie Zigi konnte aber für seinen Landsmann ausbügeln und war ein sicherer Rückhalt. Doch auch er konnte nichts ausrichten, als Rapp in der 92. Minute noch das 3:2 gelang. Zwar pfiff San eine Minute später ab und der Sieg war nicht mehr gefährdet, doch schade um die Tordifferenz war dieser späte Gegentreffer allemal. (mna)

 

FC St.Gallen 1879 - FC Thun 3:2 (3:0)

kybunpark - 1'000 Zuschauer (Coronarichtlinien) - SR Fedayi San.

Tore: 8. Hefti 1:0, 13. Itten 2:0, 42. Quintillà 3:0, 61. Munsy 3:1, 92. Rapp 3:2.

St.Gallen: Zigi; S. Hefti (Cap.) (53. Rüfli), Stergiou, Fazliji, Muheim; Görtler, Quintillà (71. Nuhu), Staubli (64. Ribeiro); Demirovic (64. Bakayoko), Guillemenot (71. Letard), Itten.

Thun: Faivre; Glarner (Cap.), Stillhart, Sutter (46. Havenaar), Kablan (46. N. Hefti); Hasler (56. Tosetti), Bertone, Karlen (77. Chihadeh); Munsy, Castroman, Bandé (46. Rapp).

Verwarnungen: 16. Castroman (Foul), 41. Glarner (Foul), 47. Bertone (Foul).

Bemerkungen: St. Gallen mit Klinsmann, Bakayoko, Ribeiro, Nuhu, Campos, Letard, Rüfli (Ersatzbank) und ohne Ruiz (gesperrt), Costanzo, Ajeti, Gonzalez, Babic, Lüchinger (alle verletzt), Strübi, Abaz, Alves, Vilotic, Solimando, Kräuchi (alle nicht im Aufgebot). Thun ohne Hediger, Bigler, Salanovic (alle verletzt), Rodrigues, Ahmed, Roth, Vasic, Breitenmoser, Joss (alle nicht im Aufgebot). - 56. Pfostenschuss von Munsy. - 58. Lattenschuss von Staubli. - 65. Lattenschuss von Bertone. - 76. Pfostenschuss von Havenaar.