Wieder vier Tore

FC St.Gallen 1879 : FC Aarau 4:1 (3:1) Sa, 13.06.2020 Spielberichte

Die Espen sind parat für den Restart! Auch gegen Aarau gelingt dem Team von Peter Zeidler ein Viererpack. Mit Itten, Demirovic, Guillemenot und Campos treffen alles Stürmer ins Netz. Aber der emotionalste Moment war die viel umjubelte Einwechslung von Nuhu kurz vor Spielende.

Die Torfabrik FCSG produziert auch nach der langen Zwangspause munter weiter. Nach dem 4:2 gegen Schaffhausen am letzten Dienstag folgen heute weitere vier Treffer gegen den FC Aarau. Damit haben Peter Zeidlers Mannen in den letzten sechs Pflicht- und Testspielen 23 Tore geschossen.

Das Skore wurde auch heute wieder früh eröffnet. Cedric Itten profitierte bereits in der siebten Minute von einer wunderbaren Vorarbeit von Miro Muheim. Dieser flankte von links gefährlich zur Mitte, sodass weder Goalie Ammeter noch die Verteidiger an den Ball kamen. Itten stand somit am hinteren Pfosten ziemlich frei und schob den Ball zur 1:0-Führung ein.

Schockmoment in der Anfangsphase

Doch dann folgte ein Schockmoment, als sich Captain Silvan Hefti nach etwas mehr als zehn Minuten bei einem Prellball weh tat und gepflegt werden musste. Er konnte zunächst alleine zur Seitenlinie gehen, sodass es nicht allzu schlimm aussah. Die Aarauer nutzten jedoch die temporäre nummerische Überlegenheit in der 19. Minute und erzielten den Ausgleich durch Rrudhani. Es war ein sehenswerter Volleytreffer nach einer Neumayr-Flanke. Lawrence Ati Zigi blieb ohne Chance.

Doch damit nicht genug der schlechten Nachrichten. Hefti musste angeschlagen vom Feld, er konnte nicht mehr weiterspielen. Alessandro Kräuchi kam so früher als gedacht zu seinem Einsatz auf der rechten Verteidigerposition.

Zwei Assists von Itten

Doch die Unsicherheit war nur kurz da. Am besten verscheucht man diese mit Toren. Cedric Itten lancierte in der 22. Minute seinen Sturmpartner Ermedin Demirovic, und dieser zeigte einmal mehr, dass er einfach eiskalt vor dem Tor ist. Ohne mit der Wimper zu zucken schlenzte er den Ball an FCA-Goalie Ammeter vorbei ins Netz.

Da wollte wohl Jérémy Guillemenot nicht hiner seinen beiden Kollegen hinten anstehen. Nur drei Minuten später tankte er sich an der rechten Seitenlinie durch und spielte Itten an. Dieser passte gleich wieder zurück in den Lauf von Guillemenot, der danach bis zur Grundlinie an der Fünfmeterraumgrenze lief, dort zuerst seinen Gegenspieler und dann auch noch Ammeter umkurvte - und das verdiente 3:1 erzielte.

Kein Penalty, dafür Vorwärtsgang

Zu diesem Zeitpunkt wähnte man sich an einem Trainingsmätschli, wo einfach alles gelingt. Und nur zwei Minuten später in der 27. Minute hätte das 4:1 fallen können. Hätte. Denn erstens hätte Sandro Schärer das Beinstellen eines Aarauers an Cedric Itten im Strafraum pfeifen müssen, und zweitens hätte der St.Galler Schütze den Ball dann auch noch im Tor unterbringen müssen. Dass dies keine Selbstverständlichkeit ist, sah man im letzten Testspiel.

Doch Cedric Itten war ungehalten, dass es nicht wenigstens die Chance gab, den Foulelfmeter zu treten. Sandro Schärer musste sich in der Folge gegenüber den Grün-Weissen erklären. Für einen Moment wurde aus dem Testspiel gefühlt ein Ernstkampf, in dem es um wichtige Punkte geht.

Peter Zeidlers Spieler liessen den Vorwärtsgang drin. Demirovic (33.), Guillemenot (37.) und Victor Ruiz (43.) prüften bis zur Pause mehrfach Goalie Ammeter. Gerade beim Schuss von Ruiz konnte der Goalie der Aarauer den Ball nur an den Pfosten lenken. Und auch Sekunden vor dem Pausenpfiff gab es nochmals zwei Chancen für uns innert weniger Sekunden.

Nur ein Wechsel in der Pause

Nach der Pause kamen die zehn Feldspieler in unveränderter Formation auf den Platz zurück. Einzig Jonathan Klinsmann ersetzte Zigi im Tor. Somit dürfte sich die Startelf für Sion herauskristallisieren. Und diese Spieler machten gleich da weiter, wo sie vor dem Seitenwechsel aufgehört hatten: Nur fünf Sekunden nach Wiederanpfiff zog Demirovic bereits wieder in den Strafraum und wollte schiessen, wurde aber vom Schiedsrichtergespann wegen Abseits zurückgepfiffen.

Bevor Peter Zeidler die nächsten Wechsel tätigen konnte, prüfte Ruiz nochmals Ammeter mit einem satten Schuss in der 53. Minute. Der Spanier blieb nach seiner Gala gegen Schaffhausen heute ohne Treffer, denn zwei Minuten später kam Tim Staubli für ihn ins Spiel und André Ribeiro ersetzt Jérémy Guillemenot.

Ammeter mit vielen Paraden

Vier Minuten nach seiner Einwechslung bot sich Staubli eine gute Gelegenheit, als er zentral aus 15 Metern zum Schuss kam, doch ein Aarauer konnte den Ball noch ins Toraus ablenken. Kurz danach hatte Demirovic eine weitere dicke Chance (62.), doch Ammeter reagierte einmal mehr souverän.

In der 67. Minute der nächste Wechsel auf Seiten der St. Galler. Vincent Rüfli und Fabiano Alves ersetzten die souveränen Innenverteidiger Leonidas Stergiou und Betim Fazliji, Fabio Solimando kam für Miro Muheim links in der Verteidigung. Und vorne im Sturm ersetzten Axel Bakayoko und Angelo Campos das Duo Itten/Demirovic.

Gänsehautmoment kurz vor Spielende

Die Jungen machten gleich auf sich aufmerksam. Zuerst schoss Solimando in der 72. Minute aus 25 Metern flach und scharf. Goalie Ammeter wehrte zum Corner ab. Und kurz danach waren Staubli und Campos im Zusammenspiel im Strafraum. Campos schoss aus kurzer Distanz und sah seinen Schuss erneut von Ammeter abgewehrt. Doch Campos wollte das Tor unbedingt erzielen und würgte den Ball im Nachschuss über die Linie. Eine Willensleistung der Nummer 52.

Damit wäre eigentlich die Geschichte dieses Testspiels erzählt, doch es folgte noch das schönste Kapitel in der 84. Minute, als grosser Jubel im kybunpark ertönte, obwohl keine Zuschauer im Stadion waren. Journalisten, Staffmitglieder und Spieler klatschten und riefen, als Musah Nuhu sein Comeback für die letzten Minuten gab. Und Vincent Rüfli wartete mit einer grossen Geste auf, als er Nuhu die Captainbinde überliess. So gab es in einem Testspiel ohne Zuschauer doch noch einen Gänsehautmoment zum Schluss, nachdem die Partie mit einem Schockmoment begann. (mna)

 

FC St.Gallen 1879 - FC Aarau 4:1 (3:1)

kybunpark - unter Ausschluss der Öffentlichkeit - SR Sandro Schärer.

Tore: 7. Itten 1:0, 19. Rrudhani 1:1, 22. Demirovic 2:1, 25. Guillemenot 3:1, 74. Campos 4:1.

St.Gallen: Zigi (46. Klinsmann); Hefti (Cap.)(19. Kräuchi, 84. Nuhu), Stergiou (67. Rüfli), Fazliji (67. Fabiano Alves), Muheim (67. Solimando); Görtler (76. Ontuzans), Quintillà (76. Mladenovic), Ruiz (55. Staubli); Itten (67. Campos), Guillemenot (55. Ribeiro), Demirovic (67. Bakayoko).

Aarau: Ammeter; Thiesson (76. Jäckle), Affolter, Lujic (46. Schindelholz); Peralta (64. Giger), Zverotic (Cap.), Hammerich, Mehidic (84. Caserta); Neumayr (76. Hajdari), Alounga (46. Balaj), Rrudhani (46. Leo).

Verwarnung: 81. Mehidic (Foul).

Bemerkungen: St.Gallen mit Klinsmann, Bakayoko, Alves, Ribeiro, Staubli, Solimando, Kräuchi, Nuhu, Campos, Mladenovic, Ontuzans, Rüfli (Ersatzbank) und ohne Vilotic, Costanzo, Ajeti, Gonzalez, Babic, Lüchinger, Letard (alle verletzt), Strübi, Abaz, Kchouk (nicht im Aufgebot). Aarau ohne Thaler (verletzt), Spadanuda, Gashi, Schneuwly, Misic, Corradi (alle nicht im Aufgebot). - 43. Ammeter lenkt Schuss von Ruiz an den Pfosten.