Babic mit dem Doppelpack

FC Thun - FC St.Gallen 1879 1:4 (0:2) So, 08.12.2019 Spielberichte Bildbeschreibung

Ein frühes Tor von Boris Babic brachte uns schon in der dritten Minute auf die Siegesstrasse, auch wenn wir in der ersten Halbzeit Mühe bekundeten. Am Ende siegten wir aber verdient mit 4:1. Babic zum zweiten, Itten und Guillemenot schossen die restlichen Tore.

Zweieinhalb Minuten waren erst gespielt im Berner Oberland, als Victor Ruiz der linken Seite entlang lief. Aussen lief Miro Muheim in Stellung und wurde von Ruiz wunderbar im freien Raum lanciert. Knapp vor der Grundlinie passte Muheim den Ball vor das Tor, wo Babic nur noch den Fuss hinhalten musste.

Bevor das Spiel überhaupt so richtig begonnen hatte, lagen wir bereits in Führung. Das trug früh zur Beruhigung der Espen-Nerven bei, denn wir fanden heute nicht wie gewohnt zu unserem Spiel. Und die Situation spitzte sich nach rund einer Viertelstunde noch zu, als Dejan Stojanovic bei einer mutigen Rettungstat mit Thuns Stürmer Chihadeh zusammenstiess und liegen blieb.

Stojanovic biss auf die Zähne

Für unseren Deki ging es danach zwar weiter, aber es sah dennoch nicht gut aus, weil sich unser Goalie ständig die Schulter hielt. «Zuerst dachte ich, es sei alles kaputt», sagte Stojanovic nach dem Spiel. Ausgerechnet heute, als die anderen beiden Torhüter Klinsmann und Strübi verletzt ausfielen und mit Armin Abaz der Torhüter der U18 auf der Ersatzbank sass. «Auch wenn er ein grosses Talent ist, so hätten wir das heute nicht ausprobieren wollen», sagte auch Peter Zeidler, der froh war, dass Stojanovic auf die Zähne biss.

Es war die Phase, als die Berner Oberländer etwas Oberhand gewannen und aus der Situation Kapital schlagen wollten. Die Thuner versuchten es mit Schüssen aus jeder Lage, doch weder Stillhart (19.) noch Havenaar (24.) brachten den Ball auf das Tor. Und als es doch etwas gefährlicher wurde, da war Leonidas Stergiou zweimal zur Stelle und klärte zuerst gegen Rapp (25.) und dann gegen Stillhart (26.).

Ittens Freude als er von Babic eingeholt wurde

Just in dieser Thuner Druckphase spielten sich Victor Ruiz, Miro Muheim und Ermedin Demirovic auf der linken Seite auf engstem Raum den Ball hin und her. Demirovic flankte von der Strafraumecke vor das Tor, wo Boris Babic in Gelmis Rücken entwischte und per Kopf das 2:0 erzielte. Es war Treffer Nummer sieben des Sarganserländers und die Jubelszene ist besonders erwähnenswert, denn Cedric Itten holte Babic bei seinem Torjubel als erster ein, um ihm zu gratulieren und ihn zu umarmen. Derjenige Itten, den Babic soeben in der internen Skorerwertung eingeholt hatte – doch er gönnte seinem Sturmpartner diesen Treffer von Herzen.

Damit fiel eine Vorentscheidung, auch wenn das Heimteam während keiner Minute der Partie resignierte oder nachliess. Aber unsere Espen nutzten die zwei Chancen, die sich ihnen boten, kaltblütig aus. Die Thuner hingegen taten sich schwer und liefen immer wieder auf an unserer Defensive. Der Zwei-Tore-Vorsprung zur Halbzeit entsprach zwar nicht dem Spielverlauf, doch Captain Silvan Hefti fand die Führung auch nicht unverdient. «Wir haben uns ins Spiel reingebissen», sagte er hinterher.

Immer besser und besser

Nach dem Seitenwechsel kamen wir besser ins Spiel und übernahmen nach und nach die Kontrolle. Boris Babic suchte in der 51. Minute Cedric Itten vor dem Tor, doch Goalie Faivre verhinderte den nächsten Treffer. Drei Minuten später konnte Babic selber wieder auf Faivre losziehen, doch ein Thuner drängte ihn noch ab. Wiederum drei Minuten danach erneut Itten, doch Gelmi lenkte dessen Schuss gerade noch ab. Die Führung war mittlerweile mehr als verdient.

Erst recht, als in der 64. Minute der Schuss von Miro Muheim nach einem tollen Solo in den Strafraum nur Zentimeter am Tor vorbei strich. Schade, denn Muheim hätte sich diesen Treffer so sehr verdient gehabt. Aber vielleicht hat er sich das erste Saisontor ja auch gegen seinen Ex-Verein, den FCZ, aufgespart, der nächsten Samstag im kybunpark zu Gast sein wird.

Vier St.Galler unter den Top 6

Doch Zeit sich zu ärgern blieb den Espen nicht lange. In der 67. Minute spielte Silvan Hefti mit Boris Babic einen Doppelpass, bevor er eine butterweiche Flanke vor das Tor schlug. Am ersten Pfosten sprang Cedric Itten höher als Joss, und er drückte den Ball mit einem wuchtigen Kopfball über die Linie, so dass auch Goalie Faivre fast noch mit ins Tor flog. Nun schloss Itten wieder auf zu Jordi Quintillà und Ermedin Demirovic, die ebenfalls acht Tore in der laufenden Meisterschaft geschossen haben.

Wahnsinn, denn nun standen auf den ersten sechs Plätzen der Torschützenliste vier Espen, der Basler Ademi (8 Tore) und der Berner Nsame (15 Tore). Dass wir aber aktuell das Team mit den meisten geschossenen Toren sind, das verdanken wir einem Stürmer, der es derzeit nicht leicht hat in unseren Reihen, weil seine Konkurrenten im Sturm treffen, treffen und treffen: Jérémy Guillemenot. Er kam in der 65. Minute für Demirovic ins Spiel und erzielte in der Nachspielzeit das herrliche 4:1, nur kurz nach dem Anschlusstreffer von Salanovic.

30 Tore Unterschied

«Für mein Selbstvertrauen war der Treffer wichtig», sagte Guillemenot, der den 41. Treffer des FCSG erzielte. Einer mehr als Basel und zwei mehr als Leader YB. Und auch folgende Statistik untermauert, dass wir uns endgültig in der Spitzengruppe festgesetzt haben: Wir haben ein Torverhältnis von plus 19, unser nächster Verfolger auf Rang 4 und Gegner in der 18. Runde, der FCZ, hat ein Torverhältnis von minus elf – also 30 Tore Unterschied. Dennoch dürfte es kein einfaches Spiel gegen die Stadtzürcher werden. Wir brauchen deshalb unbedingt ein volles Stadion am 14. Dezember. (mna)

 

FC Thun - FC St.Gallen 1879 1:4 (0:2)

Stockhorn Arena - 5'915 Zuschauer - SR Stephan Klossner.

Tore: 3. Babic 0:1 (Pen.), 34. Babic 0:2, 67. Itten 0:3, 89. Salanovic 1:3, 91. Guillemenot 1:4.

Thun: Faivre (Cap.); Joss, Havenaar, Gelmi, Kablan; N. Hefti (90. Ahmed), Fatkic, Roth, Stillhart; Chihadeh (69. Salanovic), Rapp (77. Munsy).

St.Gallen: Stojanovic; S. Hefti (Cap.), Stergiou, Letard, Muheim; Fazliji (80. Staubli), Quintillà, Ruiz; Demirovic (65. Guillemenot), Itten, Babic (90. Costanzo).

Verwarnungen: 46. Rapp (Foul), 58. Quintillà (Reklamieren), 83. Roth (Foul).

Bemerkungen: Thun ohne Ziswiler, Rodrigues, Castroman, Karlen, Tosetti, Bigler, Hediger, Glarner (verletzt), Righetti (nicht im Aufgebot). St.Gallen mit Abaz, Wiss, Guillemenot, Ribeiro, Costanzo, Staubli, Kräuchi (Ersatzbank) und ohne Görtler (gesperrt), Klinsmann, Strübi, Bakayoko, Nuhu, Lüchinger (verletzt), Alves, Vilotic, Ajeti, Solimando, Kchouk, Campos, Rüfli (nicht im Aufgebot).