Itten tut's schon wieder

FC St.Gallen 1879 - Neuchàtel Xamax FCS 4:1 (2:0) So, 24.11.2019 Spielberichte Bildbeschreibung

Aber nicht nur Cedric Itten schiesst gegen Xamax ein Tor, auch seine beiden Sturmpartner Boris Babic und Ermedin Demirovic treffen. Das erste Tor erzielte jedoch Abwehrspieler Yannis Letard per Kopf nach einem Corner.

Unser Trainer Peter Zeidler ist ja nicht bekannt dafür, dass er einzelne Spieler übermässig lobt, sondern dass das Kollektiv für ihn wichtig ist. Doch gestern kam er nicht um Lukas Görtler herum. Als "sensationell" bezeichnete Zeidler die Leistung von Görtler und lobte insbesondere die Szene vor dem 4:1 in der 72. Minute, als Görtler mit einem schnell ausgeführten Einwurf auf Ermedin Demirovic sich einen Assist gutschreiben lassen konnte.

Die Partie war schon vor dieser Szene entschieden und das Publikum in Feierlaune. Die drei Tore Differenz am Ende waren vielleicht "eines oder gar zwei zu viel", wie auch Peter Zeidler selber meinte, denn die Gäste aus Neuenburg waren besser, als es das klare Resultat erahnen lässt. Nuzzolo hatte nach fünf Minuten eine Riesenchance, die er sonst im Schlaf macht, doch diesmal schob er den Ball Zentimeter am Tor vorbei. Es folgten mehrere Chancen auf beiden Seiten, und nach 20 Minuten waren zwar noch keine Tore gefallen, die Partie wusste aber zu gefallen.

Fazliji on Fire

Nach nicht ganz einer halben Stunde konnten wir den ersten Eckball treten, dem sogleich ein zweiter folgte. Wieder brachte Victor Ruiz den Ball zur Mitte, wo sich Yannis Letard hochschraubte und zum 1:0 einköpfte. Die Standards, vor der Aera Zeidler eher eine Schwäche des FCSG, sind nun plötzlich zu einer Waffe geworden. 

Gegen Xamax musste Ruiz auf seinen kongenialen Partner im Mittelfel verzichten - Jordi Quintillà musste eine Gelbsperre absitzen und wurde durch Betim Fazliji ersetzt. Damit war eigentlich schon vor der Partie klar, dass nichts anbrennen kann, denn immer wenn der Rebsteiner spielt, holen wir auch die Punkte. Er habe sich gut gefühlt, so Fazliji nach der Partie, und das Publikum sei einfach der Hammer, wie es das Team unterstütze. Ausser einem Fehlpass in der 15. Minute, als Karlen gefährlich zum Abschluss kam, habe er ganz gut gespielt, fand Fazliji. Schön auch die kleine Anekdote, als Quintillà nach dem Spiel auf den sozialen Medien die Leistung seines Ersatzes mit zwei Feuerzeichen kommentierte: "Fazliji on Fire" sozusagen.

Alle drei Stürmer treffen

Den Zusammenhalt im Team sprach auch Ermedin Demirovic nach dem Spiel an. Lange sah es so aus, als wäre er an diesem Sonntagnachmittag der einzige der drei Stürmer, der nicht trifft - bis eben zu jener 72. Minute, als er nach Görtlers Einwurf flach und präzis den Ball aus spitzem Winkel in die entfernte linke Torecke schoss. "Mir wäre egal gewesen, nicht zu treffen, wichtig sind nur die drei Punkte", sagte Demirovic nach dem Spiel. Aber ja, es laufe im Moment super und sie würden nicht nur im Angriff zusammen gut harmonieren, sondern auch als ganzes Team.

Die Tore von seinen Sturmpartnern Cedric Itten und Boris Babic waren beide ebenfalls sehenswert. Itten, der weiter auf seiner Erfolgswelle schwimmt, stand in der 39. Minute einfach dort, wo ein Stürmer eben stehen muss. Xamax-Goalie Minder wehrte eine Flanke von rechts zwar mit einer wunderbaren Flugparade mit einer Hand ab, doch der Ball gelangte nur zu Ruiz. Der wollte eigentlich aufs Tor schiessen, doch sein Schuss misslang, wurde aber zur idealen Vorlage für Itten, der das 2:0 kurz vor der Pause perfekt machte.

Tolle Reaktion nach dem Gegentreffer

Nach dem Seitenwechsel kamen die Gäste mit zwei neuen Spielern auf das Feld und in den ersten zehn Minuten harzte es etwas in unserem Spiel. Prompt gelang Xamax der Anschlusstreffer in der 52. Minute. Nuzzolos Freistoss auf den hinteren linken Pfosten verwertete Neitzke aus kürzester Distanz per Kopf.

Doch die Reaktion unserer Mannschaft war beeindruckend. Nur fünf Minuten später war der Zwei-Tore-Abstand wieder hergestellt, weil Babic nach Vorlage von Demirovic wuchtig aus 16 Metern einschoss. Selbst der in der 65. Minute eingewechselte Jérémy Guillemenot hätte eine Minute nach seiner Hereinnahme per Fallrückzieher beinahe getroffen, doch der Ball flog um Haaresbreite an der falschen Seite des Pfosten vorbei.

Grün-Weiss lockt die Zuschauer ins Stadion

Am Ende hätte das Spiel wohl auch 7:4 ausgehen können, das Spiel war in jedem Fall ein Spektakel, das die 14'492 Zuschauer von den Sitzen riss. Die Stimmung im kybunpark war teilweise grossartig. Auch Peter Zeidler freute sich, dass fast 15'000 Besucher zum Heimspiel gegen den Zweitletzten ins Stadion gekommen waren. Denn nun seien es nicht mehr die Gegner aus Bern oder Basel, welche viele Zuschauer anlockten, sondern der FC St. Gallen selber, weil er jedes Mal ein Spektakel verspreche. (mna)

 

FC St.Gallen 1879 - Neuchàtel Xamax FCS 4:1 (2:0)

kybunpark - 14'492 Zuschauer - SR Luca Piccolo.

Tore: 28. Letard 1:0, 39. Itten 2:0, 52. Neitzke 2:1, 57. Babic 3:1, 72. Demirovic 4:1.

St.Gallen: Stojanovic; Hefti (Cap.), Stergiou, Letard (65. Guillemenot), Muheim; Görtler, Fazliji, Ruiz; Demirovic, Itten (65. Wiss), Babic (75. Bakayoko).

Xamax: Minder; Neitzke, Ošs (46. Djuric), Xhemajli; Gomes, Mveng, Doudin (67. Corbaz), Kamber; Ramizi; Karlen (46. Seferi), Nuzzolo (Cap.).

Verwarnungen: 24. Xhemajli (Foul), 36. Neitzke (Foul), 82. Wiss (Foul), 90. Ruiz (Foul), 90. Djuric (Unsportlichkeit).

Bemerkungen: St.Gallen mit Klinsmann, Wiss, Guillemenot, Bakayoko, Ribeiro, Costanzo, Kräuchi (Ersatzbank) und ohne Quintillà (gesperrt), Strübi, Nuhu, Lüchinger (verletzt), Alves, Vilotic, Staubli, Solimando, Kchouk, Campos, Rüfli (nicht im Aufgebot). Xamax ohne Walthert, Dugourd, Sylvestre (verletzt), Di Nardo, Farine, Qela, Alic (nicht im Aufgebot).