Keine Punkte gegen den FCZ

FC Zürich - FC St.Gallen 1879 2:1 (1:1) Mi, 14.08.2019 Spielberichte Bildbeschreibung

Eine enttäuschende Niederlage im Letzigrund, wo wir nicht an die guten Leistungen der vergangenen Spiele anknüpfen konnten. Eine Partie mit einem wunderschönen Freistosstreffer von Jordi Quintillà, einer gelb-roten Karte für Miro Muheim und einem FCZ-Goalie Brecher in Höchstform, der in der Schlussphase mehrere Topchancen von uns zunichte machte und für Zürich den Sieg festhielt.

Das Auswärtsspiel beim FC Zürich war eine vorgezogene Partie der sechsten Runde, doch weil am Donnerstag zuvor Weltklasse Zürich im Letzigrund stattfindet, ist das Stadion am 31. August noch besetzt. Weltklasse war am heutigen Mittwochabend jedoch nicht auszumachen, denn beiden Mannschaften spielten zu Beginn ziemlich fahrig. Zwar gab es auf beiden Seiten Torchancen, doch keine davon hätte zwingend zu einem Tor führen sollen. Bei den Zürchern waren es vor allem die Offensivkräfte Ceesay, Marchesano und der neue Marokkaner Mahi, die für Unruhe sorgten. Und dieser Mahi war es auch, der in der 40. Minute mit einem feinen Pass mit dem Aussenrist Marchesano vor dem Tor bediente. Zürichs Spielmacher nahm den Ball direkt und versenkte ihn unhaltbar für Dejan Stojanovic im linken Winkel.

Doch die Führung der Gastgeber hielt nicht lange. Nur drei Minuten später legte sich Jordi Quintillà den Ball zurecht, um einen Freistoss zu treten, aus halb linker Position, fast 30 Meter vom Tor entfernt. Doch dem Spanier war das egal, schlenzte den Ball über die Mauer und erwischte Goalie Brecher. Erneut ein herrlicher Freistosstreffer, auch wenn Brecher nicht besonders gut aussah.

Es klappt nicht immer

In der 48. Minute die nächste Gelegenheit für Quintillà, seine Freistosstorquote zu steigern. Es war etwa dieselbe Position wie beim Treffer gegen YB, und erneut heckten Ruiz und Quintillà etwas aus. Quintillà schoss schliesslich, traf aber nur die Mauer. Immer klappt es halt auch bei ihm nicht.

Danach wurde das Spiel bunt. Farbe ins Spiel brachte Schiedsrichter Fedayi San, der eine Minute vor der Pause Miro Muheim und eine Minute nach der Pause Mirlind Kryeziu wegen Foulspiels verwarnte. An sich keine Erwähnung wert, doch in der 56. Minute versperrte Muheim seinem Gegenspieler noch in der Platzhälfte der Zürcher den Weg. San nestelte in der Gesässtasche und Muheim wusste, dass sein Arbeitstag zu Ende war. Aber das numerische Ungleichgewicht war drei Minuten später wieder hergestellt, als auch Kryeziu mit der Ampelkarte vom Platz musste.

Mahi mit einem Assist und einem Tor

Zweimal konnten wir innert drei Minuten einen Nachteil wieder ausgleichen. Das Momentum in diesem Spiel hätte also auf unserer Seite liegen sollen. Doch in dieser Phase des Spiels bekamen eher die Gastgeber Oberwasser. Ceesay stiess zuerst bei einem Luftkampf mit Dejan Stojanovic zusammen (66.) und kurz danach trafen sich die beiden auch auf dem Boden zum Duell (69.). Trug unser Torwart beim erste Rencontre noch einen Brummschädel davon so blieb er beim zweiten Aufeinandertreffen mit einer tollen Parade Sieger. Doch die Freude währte nur kurz, denn eine Minute später schoss Mahi nach einem Doppelpass mit Domgjoni das 2:1.

Eine Viertelstunde vor Schluss griff Moreno Costanzo ins Spiel ein und setzte in der 78. Minute schon die erste Duftmarke. Nicht nur Jordi Quintillà kann Freistösse schiessen, sondern auch er. Bei einem Freistoss aus halblinker Position wollte Costanzo den Ball in den nahen Winkel ziehen, wohin FCZ-Goalie Brecher bereits unterwegs war. Doch der Ball wurde von der Mauer abgefälscht und flog nur Zentimeter rechts am leeren Tor vorbei.

Immer wieder Brecher

Es folgte die Schlussphase des Spiels, in der wir noch einmal sämtliche Kräfte mobilisierten. Ruiz hatte in der 82. Minute eine Chance, Costanzo in der 89. Minute die noch grössere Immer wieder blieb Brecher Sieger und machte so seinen Bock beim Ausgleich mehr als wett. Doch die beste Aktion zeigte der Torhüter wohl in der Nachspielzeit gegen Cedric Itten. Unser Stürmer setzte sich im Strafraum toll gegen seinen Gegenspieler durch und schoss dann aus der Drehung. Brecher aber vereitelte das 2:2 mit einer herrlichen Parade. Und selbst in der 94. Minute blieb er hellwach, als erneut Itten ein letztes Mal in dieser Partie einen Torschuss verbuchen konnte.

So blieb es beim 2:1 für den Tabellenletzten, der Dank des Sieges einen Sprung auf Rang 6 machen konnte und nun einen Punkt vor uns liegt. "Auch wenn wir am Ende noch mehrere Chancen zum Ausgleich hatten, so haben wir dennoch nicht gut gespielt", sagte Trainer Peter Zeidler durchaus selbstkritisch. Auch den Spielern war bewusst, dass die heutige Leistung nicht reichte, um aus Zürich Punkte mitzunehmen. "Wir konnten heute nicht zeigen, was wir eigentlich können", sagte Peter Zeidler. (mna)

 

FC Zürich - FC St.Gallen 1879 2:1 (1:1)

Letzigrund - 9'112 Zuschauer - SR Fedayi San.

Tore: 40. Marchesano 1:0, 43. Quintillà 1:1, 70. Mahi 2:1.

Zürich: Brecher (Cap.); Omeragic, Bangura, M. Kryeziu, Karabadze; Domgjoni, Popovic; Schönbächler (62. Nathan), Marchesano, Mahi; Ceesay.

St.Gallen: Stojanovic; Hefti (Cap.), Stergiou, Letard (75. Costanzo), Muheim; Görtler (90. Campos), Quintillà, Ruiz; Babic (58. Rüfli), Itten, Kutesa.

Verwarnungen: 28. Popovic (Foul), 31. Quintillà (Foul), 45. Muheim (Foul), 46. M. Kryeziu (Foul), 63. Letard (Foul), 79. Rüfli (Foul).

Bemerkungen: Zürich ohne Kolollo, H. Kryeziu, Rüegg, Winter, Zumberi (verletzt), Aliu, Hadzikic, Kasai (nicht im Aufgebot). St.Gallen mit Klinsmann, Fabiano Alves, Costanzo, Fazliji, Kräuchi, Campos, Rüfli (Ersatzbank) und ohne Nuhu, Guillemenot, Lüchinger, Bakayoko (verletzt), Strübi, Ajeti, Kchouk, Wiss, Vilotic, Ajeti, Staubli, Solimando (nicht im Aufgebot). - 56. Gelb-rote Karte für Muheim (Foul). - 59. Gelb-rote Karte für M. Kryeziu (Foul).