Vorschau auf den Cupfinal gegen Lugano

FC Lugano – FC St.Gallen 1879: Sonntag, 15. Mai 2022, 14 Uhr, Stadion Wankdorf, Bern Fr, 13.05.2022 1. Mannschaft Bildbeschreibung

Im 97. Final des Schweizer Cups treffen wir am Sonntag auf den FC Lugano. Es ist das 15. Duell gegen die Tessiner im Wettbewerb.

Der FC Lugano steht zum neunten Mal im Cupfinal. Auf dem Weg ins Endspiel gelang den Tessinern Ende Oktober in den Achtelfinals der grosse Coup, als sie die Young Boys ausschalteten. YB war auch am vergangenen Samstag im Cornaredo zu Gast. Lugano gewann mit 3:1 und setzt damit die Berner weiterhin unter Druck. Denn die Tessiner bestreiten auch in der Super League eine beachtliche Saison und liegen zwei Runden vor Schluss auf dem 4. Platz, fünf Punkte hinter YB und deren vier vor dem FCSG.

Erst im vergangenen Spätsommer hat der langjährige Präsident Angelo Renzetti den Klub in neue Hände übergeben. Joe Mansueto, amerikanischer Milliardär und Besitzer der Chicago Fire, übernahm die Bianconeri. Mit dem früheren FC-Basel-Sportchef Georg Heitz hatte Manuseto bereits in Chicago Schweizer Knowhow an Bord, so dass sich der Einstieg in die hiesigen Realitäten vereinfachten. Eine der ersten Amtshandlungen war die Absetzung des Brasilianers Abel Braga als Trainer. Er wurde durch den bisherigen Assistenten Mattia Croci Torti ersetzt.

Bereits im Vorfeld des Sechzehntelfinals gegen Xamax betonte Croci Torti, dass ihm als Tessiner der Schweizer Cup wichtig sei. Er, der als Spieler für Lugano und Chiasso sowie eine halbe Saison für Wil in der Challenge League spielte, sei «zu oft in den Viertelfinals ausgeschieden» und wolle bis in den Final. Er wolle die Emotionen, die nur der Cup biete, den Fans des FC Lugano, aber auch dem ganzen Tessin zurückbringen.

Dies gelang nicht zuletzt in den beiden Heimspielen gegen YB und Luzern, in denen das Stadio Cornaredo zweimal voll war. Im Ligaalltag ist der FC Lugano hingegen alles andere als ein Publikumsmagnet, der Schnitt liegt bei unter 3000 Zuschauern. Das war in den Jahren vor der Pandemie nicht viel besser, obwohl es am Interesse an Fussball nicht mangelt. Grosse Zuversicht herrscht im Hinblick auf den Stadion-Neubau, der in drei bis vier Jahren abgeschlossen sein sollte.

 

Statistisches:

  • In der Super League siegten wir in diesem Jahr in beiden Spielen gegen Lugano. Am 19. Februar sorgten Kwadwo Duah (5.) und Lukas Görtler per Penalty in der Nachspielzeit für ein 2:0. Vor drei Wochen und nur drei Tage nach den Cup-Halbfinals gab es im kybunpark ein 3:0 (Goals von Lukas Görtler/Penalty, Julian von Moos und Fabian Schubert – alle vor der Pause).
  • Am 8. August kassierten wir im Cornaredo die erste Saisonniederlage. Lugano gewann 2:1 dank Treffern von Numa Lavanchy und Reto Ziegler, für uns war Victor Ruiz vom Penaltypunkt erfolgreich. Am 11. Dezember gab es dann im kybunpark ein 1:1. Sandi Lovric brachte Lugano vor der Pause in Führung, Patrick Sutter erzielte in der 69. Minute sein erstes Tor in der Super League.
  • Lugano ist gemeinsam mit dem FC Zürich und Servette das Super-League-Team mit den wenigsten Unentschieden: sechsmal spielten die Bianconeri Remis, der FCSG achtmal. Ein Resultat, dass es im Cup ja nicht gibt.
  • Weil der Cupfinal für beide etwas von einem Gastspiel hat, vergleichen wir uns in der Auswärtstabelle. In dieser stehen wir knapp vor den Tessinern: 22 Punkte aus 7 Siegen, 1 Unentschieden und 9 Niederlagen auf fremden Plätzen bisher für uns, 21 Zähler bei 6-3-8 für Lugano.
  • Bester Torschütze des FC Lugano ist Zan Celar mit bisher 13 Saisontreffern, davon drei im Schweizer Cup. Im Halbfinal gegen Luzern schoss der Slowene sein Team zweimal in Führung.
  • Drei Cupsiege stehen im Palmarès des FC Lugano: Bei der sechsten Ausgabe in der Saison 1930/31 wurde im Final GC mit 2:1 nach Verlängerung geschlagen. 1968 siegten die Tessiner gegen den FC Winterthur ebenfalls mit 2:1. Und 1993 bezwangen sie erneut die Hoppers mit 3:1. In weiteren fünf Cupfinals musste sich Lugano geschlagen geben, zuletzt 2016, als im Letzigrund der FC Zürich 1:0 gewann.
  • Für uns ist es der der fünfte Final. Der einzige Cupsieg datiert von 1969, als wir die AC Bellinzona mit 2:0 schlugen. Vor 24'000 Zuschauer erzielte Rudi Nafziger beide Tore. Damals übrigens fasste das Wankdorfstadion noch über 55'000 Zuschauerinnen und Zuschauer.
  • Es ist das 15. Mal, dass wir im Schweizer Cup auf Lugano treffen. Gegen keinen anderen Klub spielten wir häufiger. Neunmal gingen wir als Sieger vom Platz, fünfmal kam Lugano weiter, wobei es 1947 im Achtelfinal ein Wiederholungsspiel benötigte.
  • Für Lugano hingegen sind die Grasshoppers häufigster Cup-Gegner. Ganze 23 Mal standen sich Lugano und der Rekord-Cupsieger gegenüber, darunter in vier Finals.
  • Letztmals kam es in unserem schönen Europacup-Herbst 2013 zu einem Cup-Duell mit dem FC Lugano, der damals noch in der Challenge League spielte. 3:1 gewannen wir bei starkem Regen vor 1121 Zuschauerinnen und Zuschauern im Cornaredo. Für uns trafen bis zur 27. Minute Matias Vitkieviez und Goran Karanovic, dazwischen erzielte Silvan Aegerter ein Eigentor. Für Lugano traf Armando Sadiku in der 83. Minute.
  • Davor scheiterten wir auf dem Weg zum Meistertitel im Cup-Viertelfinal am FC Lugano: Am 11. April 2000 gewannen die Gastgeber im Cornaredo dank eines Goals von Cristian Gimenez mit 1:0.
  • Den Weg in unseren vorletzten Final ebneten wir am 13. Mai 1998 mit dem 2:1 gegen die Bianconeri. Jonathan Vidallé (28.) und Hakan Yakin (56.) sorgten für Freudentaumel bei den 11'200 Zuschauerinnen und Zuschauern im Espenmoos. Gimenez’ Anschlusstreffer kam erst in der 91. Minute. Bitter für Hakan Yakin: ein paar Minuten nach seinem Tor wurde er verwarnt – und war deswegen im Endspiel gesperrt.
  • 1925 wurde der Schweizer Cup in heutiger Form eingeführt, sieben Jahre später kam es zum ersten Duell zwischen Bianconeri und Grün-Weissen. Am 4. Dezember 1932 gewann Lugano auf dem Campo di Marzio 7:0. Im Spielbericht hiess es, Goalie Silvio Cinguetti sei es zu verdanken gewesen, dass wir nicht noch höher unterlagen! Am Ende jener Saison stiegen wir aus der Serie A ab. Die höchste Spielklasse wurde im Sommer davor von 33 Teams in drei Gruppen auf 18 Teams in zwei Gruppen verkleinert, bevor dann 1933 die Nationalliga A mit 16 Equipen gestartet wurde.
  • 1949 stiegen wir für ein Jahr in die NLA auf und schalteten Lugano im vierten Anlauf erstmals aus dem Cup aus. Vor 4500 Zuschauerinnen und Zuschauern verdiente sich die von Bob Kelly trainierte Mannschaft den 1:0-Sieg durch eine überzeugende Leistung. Den einzigen Treffer erzielte der vor zwei Monaten 102-jährig verstorbene Röbi Engler vom Penaltypunkt nach einem Foul an Kurt Bertsch. Lugano wurde in der Vorsaison Meister, wir hingegen stiegen am Saisonende wieder ab und schieden im Cup Anfang Januar gegen die Young Fellows aus.
  • Zwei Spieler von Lugano haben St. Galler Vergangenheit: Mijat Maric, der zuletzt verletzt fehlte, und Mickaël Facchinetti, der sich Anfang April gegen Luzern einen Kreuzbandriss zuzog. Der von Juventus ausgeliehene Christopher Lungoyi spielte zuvor bis letzten Dezember eineinhalb Saisons bei Lugano.