FC St.Gallen
 

Spielberichte

24.09.2014

Ein perfekter Abend

FC St.Gallen - GC Zürich 3:0 (2:0)

Vor 12'636 Zuschauern schlägt der FCSG GC mit 3:0 und wird in den Club of Pioneers aufgenommen.

Besser hätte der Abend für den FCSG nicht laufen können! Zum einen stehen da drei Tore und drei Punkte zu Buche gegen die Grasshoppers aus Zürich, gegen die man immer besonders gerne gewinnt. Zum andern - und das ist für den Fussballclub Sankt Gallen 1879 weit wertvoller - gehört man seit heute zum illustren Club of Pioneers: eine Vereinigung von Fussballvereinen, welche die ältesten in ihren jeweiligen Ländern sind.

Feierliche Zeremonie
So begann das Programm für die 12'636 Zuschauer auch nicht mit Spielbeginn um 19:45 Uhr, sondern bereits eine Viertelstunde früher, als Richard Tims, der Chairman des Sheffield F.C., unserem Präsidenten die Mitgliedsurkunde überreichte. Der Sheffield F.C. ist als ältester Fussballverein überhaupt der Gründer dieses Zirkels, dem ausser den Espen und Sheffield nur noch neun weitere Vereine aus Wales, Schottland, Holland, Nordirland, Hong Kong, Spanien, Malta, Italien und Deutschland angehören.

Von Amoah bis Zellweger
Dazu lud der FCSG 90 Ehemalige des Vereins ein. Der Älteste war der 94-jährige Robert Engler, der in den 40er und 50er Jahren als Verteidiger fungierte. Aber auch die Meister Charles Amoah und Marc Zellweger liessen sich diesen für Grünweiss historischen Abend nicht entgehen.

St.Galler Wetter
Zu so einem Abend gehörte natürlich auch richtiges St.Galler Fussballwetter. Quasi mit Anpfiff setzte der Regen ein, doch nassgemacht wurden nur die Hoppers. Und nach vier Minuten standen die Zürcher dann auch da wie begossene Pudel. Janjatovic, der heute äusserst lustvoll auftrat, flankte von rechts auf den weiten Pfosten, wo Tréand mit einer herrlichen Volleyabnahme zwischen Pfosten und Davari zum 1:0 ins Netz traf.

Die Hoppers überrascht und überrannt
In der ersten Halbzeit seien sie richtig überrannt worden, so Trainer Skibbe, der ob des pomadigen Auftritts seines Teams doch überrascht war. Sie hätten geahnt wie St.Gallen operieren würde und dies auch angesprochen. Saibene liess seine Mannen sehr hoch im 4-4-2 angreifen und pressen, so dass die Gäste mit hohen, weiten Bällen aus der Abwehr spielen mussten. "Wir wollten so ihre gefährliche Offensive mit Dabbur, Ngamukol, Ravet u.s.w. aus dem Spiel nehmen", erklärte der Luxemburger. Dies gelang dann auch perfekt. Russo und Besle standen sehr solide, und auch Skibbe musste eingestehen, dass die Espen sich viel mehr Bälle erkämpfen konnten.

Tafer trifft wieder
Kurz vor Ablauf der ersten halben Stunde fiel das 2:0. Fünf Minuten zuvor hatte Bunjaku nur die Latte getroffen, doch nun lag der Ball zum zweiten Mal im Netz. Everton passte zur Mitte, wo Cavusevic den Ball auf Tafer ablegte. Der Franzose zog von der Strafraumgrenze ab, Gülen lenkte ab, und der iranische Goalie Davari wurde auf dem falschen Fuss erwischt.
Bis zur Pause spielten nur die Espen, von den Gästen gab's kaum nennenswerte Aktionen. Die 2:0-Pausenführung war mehr als verdient.

Skibbe reagiert
Nach der Pause blieben bei den Hoppers Ravet und Gülen in der Kabine. Kahraba und Ben Khalifa sollten nun das Blatt zugunsten der Gäste wenden. Die Hoppers waren nun stark verbessert im Vergleich zur ersten Halbzeit, kamen auch zu einigen gefährlichen Szenen, doch entweder scheiterten sie an Lopar, oder aber sie vergaben schon beinahe kläglich, wie Caio in der 79. Minute.

Saibenes Platzverweis
So war dann auch bei GC spielerisch die Luft draussen in den letzten zehn Minuten, während die Espen weiter drückten. Gedrückt hatte in der 87. Minute auch Dingsdag, und zwar zum wiederholten Male seinen Ellbogen ins Gesicht eines St.Gallers. Saibene regte sich zurecht fürchterlich auf, was er dem Assistenten an der Linie auch mitteilte. Denn ausser ihm und Schiedsrichter Bieri haben das wohl sämtliche 12'636 Zuschauer gesehen.
Als Dank für den etwas zu energischen Hinweis durfte Saibene auf die Tribüne, wo auch sein Fanclub aus Luxemburg Platz genommen hatte. Mit dabei auch der einstige Juniorentrainer von Saibene.

Evertons gelungenes Debut
Der Brasilianer Everton spielte heute seine erste Partie im heimischen Stadion, und dies machte er in eindrücklicher Manier. Zusammen mit Janjatovic prägte er das Geschehen im Mittelfeld, spielte bissig und schnörkellos und liess erkennen, dass er in Zukunft ein wichtiger Spieler für die Espen werden könnte.
"Wir mussten ihm einfach ein paar Monate Zeit geben", so Saibene. Der Brasilianer habe noch nie wirklich als Fussballprofi gespielt. Solch professionelle Strukturen wie hier in St.Gallen kannte der aus der Challenge League gekommene Abräumer noch nicht. Da müsse man einfach die nötige Geduld aufbringen. "Nach dem Cupspiel habe ich das Gefühl gehabt, heute könnte ein guter Zeitpunkt sein, um Everton zu bringen", verriet Saibene, "und ich denke, es war ein guter Entscheid", meinte der Luxemburger nicht ohne Stolz.

Schlusspunkt durch Helden von Moskau
Den Schlusspunkt setzten dann Janjatovic und Rodriguez, zwei der Helden von Moskau. Janjatovic wurde im Strafraum gelegt, Rodriguez verwertete den anschliessenden Penalty souverän zum 3:0. Es war das i-Tüpfchen auf einen perfekten Abend aus grünweisser Sicht. (man)

  Das Spiel im Liveticker

Informationen

AFG ARENA - 12'636 Zuschauer - SR Alain Bieri.

Tore

1:0 Tréand (4.), 2:0 Tafer (29.), 3:0 Rodriguez (Pen., 93.).

Aufstellung FC St.Gallen

Lopar; Thrier, Russo, Besle, Lenjani; Tafer, Everton, Janjatovic, Tréand (68 Rodriguez); Bunjaku (65. Mathys), Cavusevic (77. Karanovic).

Aufstellung GC Zürich

Davari; Lang, Gülen (46. Ben Khalifa), Grichting, Pavlovic; Abrashi, Dingsdag, Caio (85. Merkel); Ravet (46. Kahraba), Ngamukol, Dabbur.

Verwarnungen

25. Ravet (Foul), 28. Cavusevic (Foul), 50. Dingsdag (Foul), 61. Tréand (Foul),

Bemerkungen

St.Gallen mit Herzog, Facchinetti, Demiri, Karanovic, Aratore, Mathys, Rodriguez (Ersatzbank) und ohne Montandon, Kapiloto, Mutsch (alle verletzt), Sikorski, Kovacic, Stevic, Babic (alle nicht im Aufgebot). Grasshoppers ohne Bauer (verletzt), Salatic, Al Abbadie, I. Bunjaku, Garcia, Tarashaj, Dieng (alle nicht im Aufgebot). - 24. Lattenschuss von Bunjaku. - 66. Pfostenschuss von Cavusevic.

Club of Pioneers - Übergabe der Urkunde

Highlights FCSG - GC