Beide Frauenmannschaften unterliegen YB

FC St.Gallen - BSC Young Boys 2:4 (2:3)


Den Leader gefordert

Trotz einer frühen Führung und einem beherzten Auftritt in der zweiten Halbzeit verlieren die St.Gallerinnen das Spiel gegen Leader YB mit 2:4. Durch individuelle Fehler im Spielaufbau und mangelnder Präzision vor dem gegnerischen Tor gelang es den Espen nicht, die gesamthaft gute Leistung mit Zählbarem zu krönen. Jedenfalls wankten die Tabellenführerinnen bedrohlich.

Als der Schiedsrichter nach 94 Minuten das Spiel abpfiff, war es wieder einmal eine bittere Pille, welche die Gastgeberinnen zu schlucken hatten. Man hatte den aktuellen Leader der NLA mehr als gefordert, wurde aber am Ende nicht dafür belohnt. St.Gallen hätte vor allem im zweiten Durchgang genügend Chancen gehabt, das Spiel auf seine Seite zu drehen. Jedoch blieben alle diese Chancen ungenutzt und am Ende gewann wieder einmal das effizientere Team.

Frühe Führung

Dabei hatte der Abend für die Gastgeberinnen sehr gut angefangen. St.Gallen startete druckvoll und hatte mehr Spielanteile. Bereits in der 11. Minute gelang ihnen das langersehnte erste Tor in der NLA. Cinzia Jörg lancierte Nadine Fässler steil, diese liess alle Gegenspielerinnen hinter sich und versenkte das Leder gekonnt zum 1:0. Die Freude währte nicht lange. YB glich vier Minuten später durch Sandy Maendly aus. Nach dem Ausgleich übernahmen die Bernerinnen das Spieldiktat. St.Gallen gewährt ihnen zuviel Raum und sie kombinierten sich gekonnt durch das Mittelfeld. Sabrina Tinner verhinderte vorerst mit zwei gekonnten Paraden einen Rückstand. St.Gallen fand zu diesem Zeitpunkt kein Mittel gegen den Tempofussball der Bernerinnen. In der 27. Minute führten die Gäste einen Freistoss schnell aus, Lia Wälti lief an die Grundlinie und legte perfekt auf Jehona Mehmeti zurück. Diese liess sich nicht zwei Mal bitten und erzielte das 1:2. Die Reaktion der Gastgeberinnen folgte sogleich. Cinzia Jörg tunnelte zwei Minuten später, nach einem Zuspiel von Nadine Fässler, die gegnerische Torfrau zum 2:2 Ausgleich. Es war ein abwechslungsreiches Spiel mit Chancen auf beiden Seiten. YB führte insgesamt die feinere Klinge und legte ein hohes Tempo vor. Die Gallusstädterinnen hielten dagegen, aber wieder war es ein individueller Fehler, welcher noch vor der Pause zur Führung von YB führte. Nach einem Fehlpass im Mittelfeld konnte Annina Spahr alleine auf Sabrina Tinner losziehen. Diese liess der Heimtorfrau keine Chance und erzielte das 2:3.

Einbahnfussball

In der zweiten Halbzeit änderte sich das Geschehen. YB nahm das Tempo aus dem Spiel. Dafür kombinierten sich nun die St.Gallerinnen gekonnt durch die gegnerischen Reihen. Im Fünfminutentakt erspielten sie sich erstklassige Torchancen. Mangels Präzision konnte aber der Ausgleichstreffer nicht erzielt werden. Die Gäste schienen dem hohen Tempofussball der ersten Halbzeit Tribut zu zollen und konnten sich kaum mehr aus der Umklammerung der Espen befreien. In der 72. Minute fasste sich Adrienne Krysl ein Herz und hämmerte das Leder aus rund 25 Metern an die Latte. Weiterhin blieb es aber bei der Führung der Gäste. Auch die rund 120 Zuschauer verzweifelten beinahe ab der Chancenauswertung des Heimteams. Einmal mehr mussten die St.Gallerinnen in der 83. Minute feststellen, dass an der alten Fussballweisheit - wer die Tore nicht schiesst, bekommt sie - eben doch etwas Wahres dran ist. Nach einem Eckball für YB stand die kurz zuvor eingewechselte Franziska Seiler goldrichtig und versenkte den Ball per Kopf im heimischen Tor. St.Gallen gab nicht auf und kam kurz vor dem Spielende nochmals zu zwei guten Chancen, aber auch diese blieben ungenutzt.

Viel Aufwand, wenig Ertrag

Einmal mehr betrieben die Espen einen riesigen Aufwand, aber trotz zwei Toren und zahlreichen Torchancen resultierte am Ende eben doch eine Niederlage. Vorne waren sie zu nachlässig und hinten machten sie sich mit vielen kleinen Fehlern das Leben selber schwer. Alles in allem boten beide Teams ein sehenswertes Spiel, an dessen Ende wahrscheinlich nicht das bessere, aber das effizientere Team die Punkte für sich verbuchen konnte. St.Gallen steht nach dieser Niederlage nach wie vor ohne Punkte und nach dem Punktgewinn von Thun nun auch an letzter Stelle der Tabelle da. Jedoch fehlt den Espen nur die Ruhe im Spielaufbau, etwas mehr Präzision vor dem Tor und das berühmte Quäntchen Glück, um die ersten Punkte in der NLA einzufahren. (za)

FC St.Gallen U18 - Team YB/Seeland U18 1:5 (1:1)

Das Resultat war hart. Lange überzeugten die St.Gallerinnen und hielten das Spiel offen. Tamara Rohners Schuss streifte das Lattenkreuz. Nach einer Viertelstunde erspielten sich Melina Salaorni und Tamara Gerber gleich zwei erstklassige Möglichkeiten. Aber die starken Bernerinnen drückten aus dem Getümmel das Leder im dritten Anlauf auf der Gegenseite über die entscheidende Linie. Der Gegenzug über Ronya Böni schrammte am Lattenkreuz vorbei und Michèle Fehrs Hammer krachte nach einem Corner an den Pfosten. Die St.Gallerinnen gaben nicht auf. Als sich Riana Podrecca an der Strafraumgrenze elegant mit einer Drehung Platz für den Schuss erarbeitete führte der perfekte Abschluss zum längst fälligen Ausgleich. Kurz vor der Pause, jetzt waren die Ostschweizerinnen das bessere Team, traf Valeria Iseli das leere Tor nicht.

Kaum war die Pause vorbei, stand unverhofft Sandra Bojic im Strafraum und hämmerte den Ball an die ratlose Torfrau. Im Gegenzug machten es die Bernerinnen besser und trafen aus 30m unter die Querlatte. Die Batterien der St.Gallerinnen waren leer. YB drückte immer mehr und schloss einen Sololauf in der 80. Minute mit dem 1:3 ab. Das war der Knackpunkt. Die Espen konnten nicht mehr. In den Schlussminuten mussten sie noch 2 weitere Treffer hinnehmen. (rü)


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