FCSG - Leverkusen 1:3 (1:1)

Vor 2'104 Zuschauern unterliegen die Espen im Paul-Grüninger-Stadion dem Bundesligisten Bayer 04 Leverkusen mit 1:3. Risses frühe Führung (2.) glich Calabro noch vor der Pause (37.) aus, Siefkes (79.) und Helmes (91.) stellten in den letzten zehn Minuten den Endstand her.

Zu Gast beim Stadtrivalen
Zwischen der Normalkost Ligaalltag stand beim FCSG ein Leckerbissen auf der Speisekarte: Der deutsche Spitzenclub Bayer 04 Leverkusen, der in seinem bereits traditionellen Trainingslager in Abtwil befindet, gab sich die Ehre. Und der Bundesligist trat keineswegs nur mit einem B-Team an. Es fehlten lediglich die verletzten Ballack und Rolfes, sowie der Ghanaer Sarpei und der deutsche Nationalstürmer Kiessling, die nach der langen WM noch Trainingsrückstand aufweisen oder in den Ferien sind. Angeführt von Captain Hyypiä, einst bei Liverpool unter Vertrag, Nationaltorwart Adler und anderen Nationalspielern wie den Schweizern Derdiyok und Barnetta, spielte aber ein Team, welches durchaus auch so in der Budesliga auflaufen würde. Trainer Heynckes liess ein 4-2-3-1 spielen: Hinter der einzigen Spitze Derdiyok genoss Barnetta als Offensivspieler sämtliche Freiheiten auf alle Seiten. Der Lokalmatador wurde übrigens im Paul-Grüninger-Stadion mit mehr Applaus begrüsst als jeder Spieler in Grünweiss. Für Trainer Forte war es ein guter Test vor dem Spiel in Basel am kommenden Sonntag. Er wollte vor allem die in der Meisterschaft aufgetretenen defensiven Mängel angehen.
Fortes Plan, zu Null zu spielen, war jedoch bereits nach zwei Minuten zu Nichte gemacht worden. Risse liess man auf der rechten Seite gewähren und abziehen. Bei seinem Schuss in die linke untere Ecke sah zudem Goalie Lopar nicht ganz glücklich aus. Der Ball schien haltbar. Danach kontrollierte Bayer das Spiel, kam durch Barnetta und erneut Risse zu weiteren Möglichkeiten, während den St. Gallern keine grossen Chancen zugestanden wurden. Das lag jedoch auch an den St. Gallern selber. Zuviele Pässe waren zu ungenau oder wurden abgefangen, so dass sich kein richtiger Spielfluss entwickeln konnte. Nach einer halben Stunde gab es dann auch von den Espen den einen oder anderen erfolgsversprechenden Angriff zu sehen, den schönsten in der 37. Minute. Der junge Cicek setzte sich in der Mitte trotz Fouls gegen einen Leverkusener durch und spielte den Ball halb im Fallen noch in die Schnittstelle der Abwehr auf Rafael (Ricardo de Oliveira Torres). Der Testspieler aus Brasilien spielte den Ball direkt weiter zu Calabro vor dem Tor, und der Holländer brauchte nur noch einzuschieben. Das Tor roch zwar nach Abseits, doch der Angriff hatte so oder so ein Tor verdient. Mit dem Unentschieden gingen die beiden Teams in die Kabinen, obwohl Barnetta in de 41. Minute beinahe noch das 1:2 erzielt hätte, Lopar wehrte aber mit einer sensationellen Parade ab und rehabilitierte sich somit für das 0:1, wo er nicht ganz so glücklich ausgesehen hatte.
Nach dem Seitenwechsel wechselte Forte im Hinblick auf das Basel-Spiel gleich sechsmal. Das ganze Mittelfeld wurde ausgewechselt, nur Testspieler Rafael blieb noch im Spiel. Der Offensivspieler aus der zweiten brasilianischen Liga, der schon seit Montag in St. Gallen weilt, wurde zwar nicht so stark ins Spiel eingebunden, doch er zeigte gute Ansätze und war ballsicher mit Zug nach vorne. Laut Trainer Forte bleibt er weiterhin bei den Espen im Training. Auch in der Abwehr blieb mit Schenkel und Bakens viel Routine in der Kabine. Summer und Martic kamen herein. Bis zum nächsten grösseren Wechsel in der 64. Minute erarbeiteten sich die Deutschen noch drei, vier weitere Chancen. Meist sorgten Barnetta und Derdiyok für Gefahr vor Lopar, wie etwa in der 60. Minute, als Derdiyok auf seinen Landsmann passte, dessen Schuss aber knapp am Tor vorbei flog. Bei den St. Gallern fiel vor allem die Direktabnahme von Martic auf. Nach 64. Minuten dann die nächsten Wechsel. Die Espenabwehr bestand nun aus Nguyen, Summer, Franin und Martic, die ihre Sache auch gut machten, aber in der 79. Minute doch noch das 1:2 hinnehmen mussten. Aussenverteidiger Schwaab setzte sich rechts schön durch, passte in den Rücken der Abwehr auf Helmes, dessen verunglückter Schuss noch von Siefkes' Bein abgelenkt wurde und so den Weg ins Tor fand. Die St. Galler hätten durch Frick nur drei Minuten später ausgleichen können, als der Ländleturbo seinem Namen alle Ehre machte, seinen Gegenspieler stehen liess und alleine auf Torhüter Adler zulaufen konnte, doch sein Lob flog nur auf die Querlatte. Kurz vor Ablauf der regulären Spielzeit hatte zudem noch Lehmann eine dicke Chance, doch Reinartz konnte ihn im letzten Moment noch behindern und seinen Schuss zum Corner ablenken. So blieb dem Gast aus Leverkusen die letzte Aktion vorbehalten: Castro setzte sich links durch, passte zur Mitte auf Helmes, der nur noch den Fuss hinhalten musste und das 1:3 erzielen konnte. (man)

FC St. Gallen - Bayer 04 Leverkusen 1:3 (1:1)
Paul-Grüninger-Stadion - 2'104 Zuschauer - SR Nikolaj Hänni
Tore: 0:1 Risse (2.), 1:1 Calabro (37.); 1:2 Siefkes (79.), 1:3 Helmes (91.).
St. Gallen: Lopar; Hämmerli (64. Nguyen), Schenkel (46. Summer), Bakens (46. Martic), Lang (64. Franin); Rafael (64. Sutter), Cicek (46. Lehmann), Muntwiler (46. Frei), Winter (46. Nushi); Calabro (64. Owona), Abegglen (46. Frei).
Leverkusen: Adler; Castro, Hyypiä (46. Friedrich), Reinartz, Schwaab (85. Vjda); Balitsch, Vidal (64. Kadlec); Kaplan (73. Sam), Barnetta (64. Helmes), Risse (73. Renato Augusto); Derdiyok (73. Siefkes).
Verwarnungen: keine.
Bemerkungen: St. Gallen ohne Fernando (angeschlagen), Knöpfel, Pa Modou (beide verletzt) Imhof und Vailati (beide nicht im Aufgebot). Leverkusen ohne Rolfes, Ballack, Jörgensen (alle verletzt), Sarpei (Trainingsrückstand) und Kiessling (Ferien). 82. Lattenschuss von Frick.

Fotos

Die Führungsriege der Leverkusener ins Matchprogramm vertieft: Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser (ganz links) und Manager Rudi Völler (Bildmitte).

Einmarsch der beiden Teams im Paul-Grüninger-Stadion, der Heimstätte des SC Brühl.

Illustre Namen bei der Werkself aus Leverkusen.

Mit dabei auch die beiden Schweizer Barnetta (links) und Derdiyok (rechts).

Schiedsrichter Hänni pfeift das Spiel an...

... und nur kurze Zeit später bejubeln die Leverkusener schon das 0:1 für ihr Team.

Testspieler Rafael, laut Trainer Forte aus der zweiten brasilianischen Liga und mit guten Ansätzen im Spiel. Ist er die gesuchte Verstärkung?

2'104 Zuschauer kamen zum Spiel im Osten der Stadt.

Platzsturm der Kinder nach Spielende.

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