Vorschau ACB - FCSG


Die Erinnerungen ans Comunale und den 1. November sind für die St. Galler lebendig. In den weissen Spezialtrikots der europäischen Aktion "FARE" (Fussball gegen Gewalt und Rassismus) angetreten und beim 500. Einsatz Marc Zellweger in Grün-Weiss hatten die Espen leichtes Spiel: der 5:0-Auswärtssieg bedeutete den höchsten NLA-Auswärtssieg für den FCSG seit Mai 1987.

Die AC Bellinzona steckte damals mitten im Sturmtief. Vier Tage zuvor verloren sie ebenfalls zuhause gegen die Young Boys 1:7, und eine Woche nach der Tessiner Espen-Gala gingen sie in Zürich gegen die Grasshoppers 0:7 unter.

Vorausgegangen war den drei Kanterniederlagen unter anderem ein offener Streit von Mauro Lustrinelli mit Trainer Marco Schällibaum. Der Zürcher hatte die Granata nach dem Aufstieg übernommen und erstaunlich gut durch die erste Saison in der Axpo Super League geführt, gekrönt von Achtungserfolgen im Europacup (die Ukrainer von Dnjepr Dnjepropetrowsk eliminiert). Doch die verflixte zweite Saison stand von Anfang an unter weniger gutem Stern.

Schällibaum räumte die Trainerbank nach der 5:0 des FCSG. Mitte November wurde in Alberto Cavasin ein erfahrener italienischer Trainer verpflichtet. Cavasin, der 1999/2000 zum italienischen Trainer der Saison gewählt wurde, feierte it dem 3:1-Heimsieg gegen Sion einen Einstand nach Mass. Auch zum Jahresabschluss in Basel, als die ACB 2:3 verlor, sah sein Team gut aus.

Zuversichtlich startete Bellinzona in den Frühling. Der Auftakt in Aarau missriet, statt den Letzplatzierten vorentscheidend zu distanzieren, kassierte Cavasins Squadra eine weitere torreiche Niederlage (3:6). Es folgte ein 1:2 bei Luzern, die 0:2-Heimniederlage gegen Basel. Und schliesslich letzten Samstag der Auftritt im Tourbillon. Drissa Diarra, einer von sieben Spielern die im Winter neu ins Kader von Cavasin kamen, schoss Bellinzona in Führung. Nicht nur die zuvor beklagten zwei Pfostenschüsse sind Zeugnis davon, dass Bellinzona zur Pause höher als 1:0 hätte führen müssen. Doch nach der Pause kam Sion wie verwandelt aus der Kabine und führte noch die Wende herbei.

Das hindert den Trainer nicht, zuversichtlich zu bleiben. Er baut darauf, dass die gefundene defensive Stabilität bald zu Punkten führt.

Die ACB plagt nicht nur sportliche Sorgen, auch die Stadionplanung sorgt für Kopfzerbrechen. Im Comunale wurden die Kabinen umgebaut, damit es für die Challenge Leauge langfristig den Anforderung genügt. Eine in der Ostkurve geplante provisorische Sitzplatztribüne kommt nicht zustande, weil der Zuschauerzuspruch nachgelassen hatte. Als im Herbst die Stadt mit dem Verein das Projekt "Belarena" vorstellte, schien der Bau nicht mehr fern. Alle wichtigen politischen Parteien standen dahinter, doch dann stoppte der Kanton das Vorhaben: es entspräche nicht den Raumplanungsvorschriften. Nun soll ein knüftiges neues Stadion doch in einem Vorort, vielleicht nördlich in Castione, oder doch südlich in San Antonino, erbaut werden.

Zwischenbilanz AC Bellinzona:

  • Die letzten 5 Spiele punktelos geblieben
  • Mit 63 Toren wegen der Kanterniederlagen klar die meisten Gegentore kassiert; davon wurden 24 zuhause eingesteckt, was ebenfalls Höchstewert ist
  • nur einmal, am 23. August beim 0:0 zuhause gegen die Grasshoppers, blieb die ACB ohne Gegentreffer

AC Bellinzona - FCSG im Rückblick:

  • Am 1. November der 5:0-Sieg der Espen. Torschützen: 26. Moreno Costanzo 0:1. 31. Costanzo 0:2. 57. Fabian Frei 0:3. 61. Nico Abegglen 0:4. 69. Moreno Merenda 0:5.
  • In der Barrage im Mai 2008 unterlagen die Espen schon im Comunale 2:3. Durch zwei Treffer von Murat Ural und Marcos Gelabert gelangte das Team von Krassimir Balakov zwar zum zwischenzeitlichen Ausgleich, der aber nicht reichen sollte. Auch die Bellenzer Torschützen verliessen nach dem Aufstieg ihren Club: Christian Pouga (zu Sevilla Atletico), Ifet Taljevic (Xamax) und Senad Lulic (GC).
  • Inklusive Barrage, NLB und Cup verlor der FCSG in 15 Partien nur 5-mal in Bellinzona. Mit 10 Siegen seit 1968 ist die Auswärtsbilanz rekordverdächtig, nur einmal gab es eine Punkteteilung
  • Dieses einzige Unentschieden in der erwähnten Zeitspanne gab es im September 1988. Marco Filomeno glich in der 90. Minuten für die Grün-Weissen aus.

« zurück » Newsübersicht

© 2008 by FCSG,
realisation by online